02.Juli 2016 // 10:00-18:00 // Zukunftswerkstatt „Planet Dragonerareal

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Einladung zur Zukunftswerkstatt „Planet Dragonerareal“

Zur Zukunft des ehemaligen Reiterkasernengeländes hinter dem heutigen Finanzamt stellen sich viele Fragen, zum Beispiel:

  • Gibt es einen Ort für lebendige Nachbarschaft?
  • Wo kann man hier noch bezahlbar wohnen?
  • Wer arbeitet hier wie und was, und ist das in Zukunft noch möglich?
  • Nicht-kommerzielle Bedürfnisse – gibt es dafür überhaupt noch Platz?
  • Was wird aus den Spuren der Geschichte auf dem Gelände?

Wann: Samstag 2. Juli 2016, 10-18 Uhr (inklusive Pausen).

Wo: Wasserturm, Kopischstraße 7, Kreuzberg.

Eine Werkstatt von Wem und für Wen?

Eingeladen sind die Anwohner*innen und Gewerbetreibenden des Dragonerareals und alle Interessierte, die mit anderen zusammenkommen möchten, um Ideen zu erarbeiten und diese in die zukünftige Gestaltung des Dragonerareals wirksam einzubringen. Vorbereitet und moderiert wird die Zukunftswerkstatt von Mitgliedern der Nachbarschaftsinitiative ‚Dragopolis‘. Wir freuen uns sehr auf dein Kommen!

Was passiert in der Zukunftswerkstatt

„Zukunftswerkstätten sind eine Vorgehensweise, bei der die soziale Phantasie und der Gestaltungswille der Betroffenen in einer Art von sozialem Vorschlagswesen sich zeigen kann (…) Zukunftswerkstätten sind eine andere Form des Zusammenkommens. Ein Zusammenkommen, in dem ein (…) Prozess stattfindet. Ein dialektischer Prozess in dem in verschiedenen Phasen die Teilnehmer und zwar (…) alle, die kommen wollen, beteiligt werden.“ (Robert Jungk)

Für die Werkstatt am 2. Juli heißt das: Jede*r kommt zu Wort. ModeratorInnen sorgen für Struktur und halten die Ergebnisse fest. Es wird oft in Kleingruppen gearbeitet, dann wieder im Gesamtkreis. Die Kleingruppen können sich mehrfach neu bilden, je nach Arbeitsphase und Interesse. Diese Phasen sind: Kritische Bestandsaufnahme, Phantasie- und Utopiephase, Wege zur Verwirklichung. Dies alles erfordert insgesamt mindestens 6 Stunden plus Pausen.

Kontakt: dragopolis@gmx.de

Bitte nach Möglichkeit dein Teilnahmeinteresse per Mail vorankündigen – Danke!

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Einen neuen Stadtteil sähen! Wir fangen schonmal an…

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Am Samstag, den 4. Juni 2016, trafen sich 20 Nachbar*innen des sogenannten Dragonerareals um einen Garten auf dem Gelände zu gestalten. Direkt hinter dem Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg, neben dem Kopfbau der südlichen Stallanlage der ehemaligen Kaserne und vor dem ehemaligen Veranstaltungssaal „Prestige“ entstand ein neuer Raum für die Nachbarschaft: umgeben von Hochbeeten, Blumen und Gemüsepflanzen können wir nun den Raum nutzen, der uns ohnehin gehört.

Denn der Bundesrat hat bereits letzten September gegen den Verkauf des Areals an einen privaten Investor gestimmt – was Bundesfinanzminister Schäuble und seine BImA bisher nicht anerkennen wollen. Der Kaufvertrag mit der „Dragonerhöfe GmbH“ wurde immer noch nicht rückabgewickelt. Da dieser unklare Zustand eine Nutzung des Geländes für wirklich bezahlbaren Wohnraum und ein Modellprojekt 100% Selbstverwaltet und Kommunal bisher verhindert, haben wir uns gedacht: fangen wir einfach schon mal an! Hochbeet-Bau und Pflanzaktion bei sommerlicher Hitze verliefen ungestört. Der Garten kann jetzt wachsen.

Wir laden alle Nachbar*innen und alle am Gärtnern Interessierten ein, sich beim Gießen, Pflegen und Erweitern der Beete einzubringen.

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Einen neuen Stadtteil säen! – Einladung zur Pflanzaktion am 04. Juni ab 14:00

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Wir hatten fälschlicherweise ein falsches Datum angegeben, die Pflanzaktion ist am 04.Juni!

Eine „Brachfläche“ mitten in der Stadt? Ganz und gar nicht: Das sogenannte Dragonerareal ist Arbeit- und Aufenthaltsort einer ganzen Reihe von Kleingewerben. Um es auch für die Nachbarschaft zugänglicher und nutzbar zu machen, wollen wir euch nächsten Samstag, 4. Juni, zur gemeinsamen Begrünung des Geländes einladen. In Hochbeeten sollen grüne Inseln entstehen, deren Pflege uns auf dem Areal zusammenbringt. So säen wir jetzt schon die Samen für einen zukünftigen Stadtteil von Unten.

Bringt Gartengeräte, Setzlinge, Samen und Erde mit. Material für den Hochbeetebau und Wasser ist vorhanden.

Treffpunkt:

04.Juni 2016
14 Uhr vor der LPG
(oder folgt später der Beschilderung)

 

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Ein eigenständiger „Kiezraum“ für eine eigenständige Stadtgesellschaft

Stellungnahme von Stadt von Unten zur vorbereitenden Untersuchung Sanierungsgebiet „Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße“

Im Beteiligungsverfahren zur vorbereitenden Untersuchung zum Sanierungsgebiet „Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße“ wurde von Beginn an und von verschiedenen Seiten ein „Kiezraum“ gefordert. Eine breit besuchte Nachbarschaftsversammlung am 6. April 2016 im Club Gretchen hat diese Forderngen nochmal bekräftigt, und auch in der „wachsenden Ausstellung“ (.pdf) und im Bericht zur vorbereitenden Untersuchung für ein Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße ist die Forderung dokumentiert. In den vorgeschlagenen Maßnahmen jedoch wird ein „Kiezraum“ nicht ausdrücklich erwähnt. Hier wird er lediglich als Anhängsel einer Kinder- und Jugendeinrichtung (Maßnahme B3) oder der „Verfahrensbewältigung“ (Maßnahme S3) denkbar.

Diese Maßnahmen bleiben weit hinter der vielfach und nachdrücklich aus der Nachbarschaft, von lokalen Initiativen und von den Gewerbetreibenden formulierten Forderung nach einem eigenständigen „Kiezraum“ als physischen Raum auf dem so genannten Dragonerareal zurück.

Die „wachsende Ausstellung“ zur vorbereitenden Untersuchung weist selbst auf einen großen Mangel an sozialer Infrastruktur im Quartier hin. Der Bedarf an nicht-kommerziellen Orten der nachbarschaftlichen Begegnung für stadtgesellschaftliches Engagement, für Kultur, Bildung und Freizeit geht weit über das bestehende Angebot hinaus. Bestehende Räume für diese Zwecke werden auf Grund der Mietentwicklung und Verdrängungseffekte in Kreuzberg sogar noch knapper.

Auf die schriftliche Nachfrage nach der Unterstützung für den Kiezraum hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung „das Engagment der zahlreichen Initiativen begrüßt“ und versichert, dass mit der Festlegung des Sanierungsgebiets „andere Voraussetzungen für das Projekt Kiezraum bestehen“. Wir fordern daher, in den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchungen diese Voraussetzungen zu benennen und den Bedarf an einem eigenständigen „Kiezraum“ auf dem so genannten Dragonerareal klar hervorzuheben.

Um das „Dragonerareal“ hat in den letzten Monaten und Jahren ein Prozess der nachbarschaftlichen Selbstorganisation begonnen, der sich nachdrücklich und konstruktiv in die Beteiligungsverfahren zum Sanierungsgebiet eingebracht hat. Würde dieses eigenständige Engagement ausschließlich in eine gesteuerte Gebietsentwicklung überführt, in der es überwiegend um das Gebietsimage, die Geldvergabe in Verfügungsfonds und um Gremienarbeit geht, würde dieser Prozess großen Schaden nehmen.

Die Eigenständigkeit der Selbstorganisation muss im Gegenteil unterstützt werden. Dafür ist ein Ort der Kommunikation und Organisation nötig – ein Kiezraum. Nur so kann eine wirkliche Beteiligung an der Gebietsentwicklung über den langen Zeitraum von mehreren Jahren möglich werden.
Ein Kiezraum ist kein Raum für bloße Beteiligungsverfahren oder für die bloße Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Er ist Voraussetzung für jede wirkliche Form der Beteiligung und Mitbestimmung an der zukünftigen Entwicklung des sogenannten Dragonerareals. Er bietet den Raum für Austausch und Organisation zwischen Betroffenen und Interessierten. Diese haben bisher hauptsächlich außerhalb von offiziellen Beteiligungsverfahren stattgefunden und das soll auch weiterhin so bleiben.

Das Besondere am bisherigen Prozess war gerade, dass Ziele nicht erst in formellen Verfahren formuliert wurden, sondern die vertretenen Positionen der Selbstorganisation von der Nachbarschaft, von Mieter*innen und Initiativen erarbeitet wurden. In einem solchen Prozess können nicht nur „Innovationen beim Planen und Bauen“ entstehen, wie es in der „wachsenden Ausstellung“ heißt, sondern tragfähige Organisations- und Kooperationsformen für einen innovativen Planungsprozess „von unten“.

Das Breite Interesse an der Gebietsentwicklung, die Bereitschaft Ideen zu entwickeln und einzubringen und die bestehende gute Vernetzung der Akteure sind beste Voraussetzungen an dieser Stelle diesen Weg zu betreten – in einem dafür bereitgestellten, eigenständigem Kiezraum.

Deshalb fordern wir die folgende Ergebnisse des bisherigen Beteiligungsverfahrens im Bericht festzuhalten:

  • einen „Kiezraum“ auf dem so genannten Dragonareal
  • sofort, und nicht erst im Zuge einer Umgestaltung des Areals
  • von der Stadt zur Verfügung gestellt aber in eigenständiger Trägerschaft
  • angemessen ausgestattet als nachbarschaftlicher Begegnungsort, Stadtteilzentrum und als Ausgangspunkt und Fortsetzung für einen Planungsprozess „von unten“

Stadt von Unten

  • Stellungnahme als .pdf
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Keine halben Sachen: 50% sind 50% zu wenig!

Stellungnahme von Stadt von Unten zur vorbereitenden Untersuchung Sanierungsgebiet „Rathausblock/RuhlsdorferStraße“

Trotz der zahlreichen Argumente, die auf den Beteiligungsveranstaltungen zum Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorferstr. für 100% wirklich soziale Mieten in öffentlicher Hand vorgebracht wurden, stellt die vorläufige Untersuchung nur einen Bedarf von „mindestens 50%“ im zu realisierenden Neubau auf dem sogenannten Dragonerareal heraus. An dieser Stelle stellen wir noch einmal Fakten und Argumente zusammen, die erklären warum 50% nicht ausreichen. Ein aktuelles Bauvorhaben der degewo in Treptow-Köpenick, das 100% bezahlbaren Wohnraum schaffen will, zeigt, dass ein Anteil von 30% oder 50% Sozialwohnungen nicht gesetzt sein muss. Wenn das selbst am Stadtrand möglich ist, warum dann nicht umso mehr in der Innenstadt, wo der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum mindestens genauso hoch ist?

Die wachsende Ausstellung belegt die bedeutende Rolle des sogenannten Dragonerareals in der gesamtstädtischen Debatte zur Durchsetzung sozial orientierter Stadtentwicklungsziele. Seine Entwicklung kann gleichzeitig im Untersuchungsgebiet und in den angrenzenden Stadtteilen auf die Mietentwicklung einwirken. Das Areal darf also nicht räumlich isoliert betrachtet werden.
Ebenso darf es nicht zeitlich isoliert betrachtet werden: Die vergangene und gegenwärtige Entwicklung der Mietpreissteigerung und Verdrängung muss für die zukünftige Bebauung beachtet werden. Das Areal kann hier einen Beitrag leisten Verdrängungsprozessen aus der Berliner Innenstadt entgegen zu wirken.
Weitere Potentiale für den Wohnungsbau in öffentlicher Hand sind im Untersuchungsgebiet so gut wie nicht vorhanden. Entscheidenden Einfluss lässt sich nur auf dem sogenannten Dragonerareal nehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Bundesfinanzministerium für Finanzen den Kaufvertrag endlich rückabwickelt und das Land Berlin das Areal erhält.
Die Bürger_innen haben auch darauf hingewiesen, dass „ein Großteil der Vielfalt und des sozialen Zusammenhalts in ihren Kiezen schon zerstört worden ist“ (siehe Erklärung „Lebenswerte Stadt für Alle – bezahlbare Mieten für Alle!“).

Diese Zerstörung der Vielfalt und des sozialen Zusammenhalts wurde und wird vollzogen durch:

Verdrängungsprozesse: Untersuchungen im Erhaltungsgebiet Hornstraße haben diese für den Nahraum bereits belegt. Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Zweckentfremdung durch Ferienwohnungen und Zwangsräumungen sind deshalb in jedem Fall zu vermeiden.

Mietsteigerung: der Anstieg der ortsüblichen Vergleichs- und der Angebotsmieten ist überdurchschnittlich und hat sich in den letzten sechs Jahren verdoppelt (Berliner Mietspiegel im Vergleich 2009 zu 2015).

Zuzug: Die Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum wird sich durch Zuzug in den Bezirk weiter verschärfen, während sich ein Überangebot im hochpreisigen Segment abzeichnet (Untersuchung Erhaltungsgebiet Hornstraße und Tagesspiegel 22.04.2016 „Experten warnen vor Immobilienblase“).

Einkommen und Sozialleistungen: Die Einkommen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind unterdurchschnittlich. Die Kaufkraft im Gebiet liegt im Vergleich zu anderen Stadtteilen im unteren Bereich. Die Kaufkraft Berlins im Ländervergleich ist bereits unterdurchschnittlich. (Sozialstrukturatlas Berlin 2013) Armut ist ein Teil von Berlin und ein Teil von Kreuzberg und damit auch Teil der Kreuzberger Mischung. Jede_r vierte Bewohner_in im Bezirk ist auf Sozialleistungen angewiesen. Der Anteil an Altersarmut ist überdurchschnittlich hoch. Auf absehbare Zeit sind für Berliner_innen keine größeren Lohnsteigerungen erwartbar.

Anteil öffentlicher Wohnungen: Der Einfluss der landeseignen Wohnungsbaugesellschaften im Planungsraum ist minimal und im Vergleich mehr als unterdurchschnittlich.

Anteil Sozialwohnungen: Der Anteil der Sozialwohnungen im umliegenden Stadtteil ist ebenfalls unterdurchschnittlich. Ein erheblicher Teil der Sozialwohnungen in Kreuzberg wird seine Bindung verlieren bevor überhaupt eine Wohnung auf dem sogenannten Dragonerareal bezogen werden kann. Ein weiterer erheblicher Anteil wird in den Folgejahren verloren gehen.

Instandsetzungsbedarf: Der Instandsetzungsbedarf im Untersuchungsgebiet ist hoch. Modernisierungsmaßnahmen und energetische Modernisierung mit anschließender Kostenumlage führen zu Mieterhöhungen. Zur Vermeidung dieser sieht die vorbereitende Untersuchung bisher keine Lösung vor (laufende Ausstellung zur vorbereitenden Untersuchung als .pdf).

WBS-Berechtigung: 55% der Berliner_innen haben Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und damit eine Sozialwohnung (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung). Darüber hinaus besteht ein hoher Bedarf an Wohnraum für betreutes Wohnen und einkommensschwache ältere Menschen. Träger des betreuten Wohnens stoßen regelmäßig an ihre Grenzen bei der Vermittlung ihrer „KlientInnen“ in Wohnungen am freien Markt, da entsprechendes Angebot zu sozialen Mieten nicht vorhanden ist.

Aus den genannten Punkten lässt sich ableiten, dass selbst 100% wirklich soziale Mieten auf dem Dragonerareal noch nicht genug sind, sich abzeichnende Fehlentwicklungen aufzuhalten. Die maximale Quote kann aber einen wichtigen Beitrag zur Dämpfung der Verdrängung beitragen. Die Realisierung der 100% würde gerade nicht zur Schaffung eines Ghettos beitragen, sondern lediglich Verwerfungen im Untersuchungsgebiet und angrenzenden Quartieren auffangen und damit einen Teil der Bevölkerung vor Ort vor Verdrängung bewahren. Das bedeutet mehr Lebensqualität für alle. Beachtet man die verschiedenen Bedarfsgruppen von Wohnen für Ältere, betreutes Wohnen und den vergleichsweise hohen Anteil an Bewohner_innen mit Migrationshintergrund im Bezirk so würde auch mit 100% bezahlbarem Wohnraum kein homogener Stadtteil entstehen. Gelingt zudem der Erhalt des gewerblichen Bestands und der dort ansässigen Familienbetriebe, so tragen auch diese einen beträchtlichen Teil für ein vielfältiges Quartier bei.

Deshalb bekräftigen wir hier noch einmal unsere Forderungen nach 100% Erhalt des Gewerbes auf dem Dragonerareal, 100% Mieten und nicht Eigentum in Wohnen und Gewerbe, 100% bezahlbaren Mieten in Wohnen und Gewerbe, 100% langfristig abgesichert. Die Voraussetzung dafür ist der Verbleib des Dragonerareals in öffentlicher Hand. Erst dann kann ein Planungsprozess von Unten, wie er bereits begonnen wurde, weiter gehen und 100% wirkliche Teilhabe an der zukünftigen Entwicklung des Gebiets garantieren.

Stadt von Unten

  • Stellungnahme als .pdf
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PM: 100% – geht doch! – Daher: Keine halben Sachen auf dem Dragonerareal!

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Presseinformation vom 29.04.2016
Stadt von Unten – selbstverwaltet und kommunal

Am 28.04.2016 wurde bekannt, dass die degewo in einem aktuellen Bauvorhaben in Treptow-Köpenick plant 100% bezahlbaren Wohnraum in einem ganzen Quartier zu schaffen. Wenn das selbst am Stadtrand möglich ist, warum dann nicht umso mehr in der Innenstadt, wo der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum mindestens genauso hoch ist?

Für solch ein Modell haben sich auch die Teilnehmer_innen auf den Beteiligungsveranstaltungen zur vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorferstraße für das sogenannte Dragonerareal ausgesprochen. Die offizielle Eingabefrist für die Stellungnahmen endet mit dem heutigen Tage. Was für Stadt von Unten Grund ist auch Euch unsere Stellungnahmen bekannt zu geben, dies auch mehr als passend zu den veränderten Positionen der degewo für ein 100%-Modell-Quartier in Treptow-Köpenick.

Trotz des herausragenden Bedarfs an wirklich bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt stellt die vorläufige Untersuchung bisher in den Zwischenergebnissen und in der wachsenden Ausstellung (.pdf/10MB) nur eine untere Grenze von „mindestens 50%“ Sozialwohnungen im zu realisierenden Neubau auf dem Areal heraus. Heute endet die durch die senatsbeauftragte Planergemeinschaft Kohlbrenner gesetzte Eingabefrist für Stellungnahmen, noch ist Zeit den Bericht nach oben zu korrigieren bevor dieser dem Senat übergeben wird.

Stadt von Unten hat in zwei Stellungnahmen alle Argumente zusammengetragen, die auf den Beteiligungsveranstaltungen genannt wurden und für eine Bebauung mit 100% bezahlbaren Mieten und für einen Planungsprozess von Unten, der einen eigenständigen Kiezraum benötigt, sprechen.

Anbei findet Ihr die entsprechenden Stellungnahmen.

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Einladung zum 11.05.2016 – GESCHICHTSORT: DRAGONERAREAL im FHXB Museum

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Die Nachbarschaftsinitiative „Dragopolis“ und die „Initiative Gedenkort Januaraufstand “ laden zu einer Lesung mit Musik und begleitender Ausstellung ein, um an die zentrale Bedeutung der Dragonerkaserne während des Januaraufstandes 1919 und an die am 11.01.1919 hier ermordeten sieben Parlamentäre aus dem besetzten Vorwärtsgebäude zu erinnern.

Lesung mit Musik
Zeitdokumente, Gedichte, Lieder
Mittwoch, 11.05.2016, 19.30 Uhr / Dachgeschoss

Im Rahmen der Reihe: „Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (#4)
des FHXB Museum (Friedrichshain-Kreuzberg Museum)
Adalbertstr. 95 A, 10999 Berlin – Kreuzberg
U1, U8 (Kottbusser Tor), Bus M 29, 140 / www.fhxb-museum.de

 

Zum Hintergrund unserer Veranstaltungen:

Das Dragonerareal ist manchen vielleicht bisher bekannt durch den Biomarkt LPG, den Club „Gretchen“, das Finanzamt, diverse Autowerkstätten sowie die vielfältigen Medienmeldungen und Aktionen zu einem geplantem Verkauf im Höchstpreisverfahren durch die BImA in den vergangenen Monaten. Am 10.09.2015 wurde der Verkauf des Geländes an eine Investorengruppe vorerst durch den Beschluss des Finanzausschusses des Bundesrats gestoppt, allerdings ist der Verkauf noch nicht rückabgewickelt! Initiativen, AnwohnerInnen und NutzerInnen engagieren sich weiterhin intensiv mit vielfältigen Aktionen, um eine gemeinwesenorientierte Nutzung des Geländes mitzugestalten und zu erkämpfen.
Weniger bekannt ist die Geschichte des Dragonerareals, insbesondere, was an diesem Ort am 11.01.1919 geschehen ist: im Zuge des Januaraufstandes wurde das nahegelegene Zeitungsviertel besetzt. Nach Artilleriebeschuss schickten die von den Regierungstruppen belagerten Besetzer des Vorwärtsgebäudes unbewaffnete Parlamentäre zu Verhandlungen zu den Regierungssoldaten. Auf dem Kasernenhof wurden die Parlamentäre Wolfgang Fernbach (Redakteur), Karl Grubusch (Mechaniker), Walter Heise (Schmied), Erich Kluge (Kutscher), Werner Möller (Klempner), Arthur Schöttler (Werkzeugmacher) und Paul Wackermann (Schlosser) ermordet. Anschließend wurden dort ca. 300 Vorwärts – Besetzer zusammengetrieben und misshandelt.
Wir möchten diese geschichtlichen Ereignisse in unserem Stadtteil deutlich machen und mit unseren Kulturveranstaltungen dazu beitragen, dass auf dem Gelände u. a. auch ein aktiver Gedenk- und Geschichtsort entstehen kann.

Zum Ablauf und Inhalt der Veranstaltung am 11.05.2016:

Wir möchten die Lebenswege der Parlamentäre bis zu ihrer Ermordung nachzeichnen. Als „Roter Faden“ dient uns hierbei der Text „Erinnerungen an Spartakus: Mathilde Jacob und Wolfgang Fernbach“ von David Fernbach, dem Enkel von W. Fernbach. Isabel Neuenfeldt und Lennard Körber begleiten mit Gesang und Akkordeon die Lesung mit Liedern und Gedichten u. a. von Rilke, Tucholsky, Mühsam….

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Erklärung: Lebenswerte Stadt für Alle – bezahlbare Mieten für Alle!

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Der Einladung zur Nachbarschaftsversammlung am 06.04.2016 unter dem Titel „Soziale Mischung – Verdrängung durch die Hintertür?“ folgten mehr als 60 Nachbarinnen und Nachbarn. Ergebnis der Versammlung ist die folgende Erklärung, welche auch am heutigen Abend in die abschließende Beteiligungsveranstaltung des Senats zur Vorbereitung des Sanierungsgebiets Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße eingebracht wird.

Lebenswerte Stadt für alle – bezahlbare Mieten für alle!
Die Nachbarschaftsversammlung vom 6. April 2016
im Club Gretchen auf dem „Dragonerareal“ erklärt:

1. Maßnahmen, die mit dem Begriff der „sozialen Mischung“ gerechtfertigt wurden, hatten immer große Nachteile für ärmere Bevölkerungsteile und haben Verdrängung nicht verhindert.

2. Vielfalt und sozialer Zusammenhalt wurden in unseren Kiezen schon zu großen Teilen zerstört. Nur 100% wirklich bezahlbare Mieten in Wohnen und Gewerbe können dieser Entwicklung der Verdrängung entgegenwirken.

3. 100% bezahlbarer Wohn- und Arbeitsraum schafft keine „Problemkieze“ oder soziale „Ghettos“, sondern bedeutet mehr Lebensqualität für alle.

4. Für ein Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorfer Str. fordern wir:

  • Kein Sanierungsgebiet ohne Gelder für die Förderung bezahlbaren Wohnraums und für die Rekommunalisierung privaten Eigentums!
  • 0 % Privatisierung: Das „Dragonerareal“ und andere öffentliche Bestände bleiben in öffentlicher Hand!
  • 100 % wirklich bezahlbare Mieten in Gewerberäumen und Wohnungen (abgedeckt von den Leistungen, die Transferleistungsempfänger*innen erhalten)!
  • 100 % für immer: Einmal gefördert, immer sozial gebunden!
  • 100 % Mieten: Keine Umwandlungen, kein Neubau von Eigentumswohnungen!
  • 100 % Bestandsschutz: Niemand wird verdrängt – in Gewerbe und Wohnraum!
  • 100 % wirkliche Teilhabe an Erneuerungsplänen im Sanierungsgebiet!

4. Wir fordern umgehend einen „Kiezraum“ auf dem so genannten Dragonerareal, in dem sich Nachbar*innen treffen, kennenlernen und selbst organisieren können. Der Kiezraum soll zum Ausgangspunkt für einen aktiven Geschichtsort, eine Zukunftswerkstatt und eine Modellentwicklung für eine Stadt von unten werden. Ein wirklicher Beteiligungsprozess für eine Stadtentwicklung von unten geht von hier aus.

5. Wir lassen uns nicht verdrängen – schon gar nicht unter dem Namen „soziale Mischung“.

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„Soziale Mischung – Verdrängung durch die Hintertür?“ – Nachbarschaftsversammlung am 06.04.

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Das so genannte Dragonerareal und angrenzende Häuserblöcke sollen Sanierungsgebiet werden. Die vorbereitenden Untersuchungen laufen und sollen noch im April abgeschlossen werden.

Hier, wie so oft, wenn finanzschwache Stadtteile aufgewertet werden sollen, fällt in Diskussionen um Sanierungsgebiete und Stadtentwicklung immer wieder das Schlagwort der „sozialen Mischung“.

▶ Was verbirgt sich dahinter?
▶ Wer benutzt den Begriff und warum?
▶ Welche Möglichkeiten bietet überhaupt ein Sanierungsgebiet?
▶ Welche Erfahrungen gibt es?
▶ Wird die Vielfalt im Kiez vor Verdrängung geschützt?
▶ Was kann die Nachbarschaft tun?

Diese Fragen wollen wir, aus aktuellem Anlass, mit Euch diskutieren:

▶ am 6. April 2016, ab 19 Uhr
▶ auf dem so genannten Dragonerareal
▶ im Club Gretchen, Obentrautstraße 19 – 21, 10963 Berlin

Unsere gemeinsamen Forderungen tragen wir am nächsten Tag in die abschließende Beteiligungsveranstaltung zum Sanierungsgebiet (am 7. April 2016, 18 Uhr, im Rathaus Kreuzberg). Als Gast und Referentin konnten wir Ulrike Hamann von Kotti&Co, der Mietergemeinschaft am Kottbusser Tor gewinnen.

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„Informationsveranstaltung“ zur vorbereitenden Untersuchung Rathausblock am 07.04.2016 im Rathaus Kreuzberg

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Am 07.April 2016 findet die vermutlich abschließende Veranstaltung im Rahmen der vorbereitenden Untersuchung zum Sanierungsgebiet „Rathausblock und Ruhlsdorfer Straße“ statt.

Wir haben Euch in der Vergangenheit dazu aufgerufen hinzugehen und dabei auch kritisch zu bleiben. Dies möchten wir an dieser Stelle wiederholen. Hinterfragt Begriffe wie „soziale Mischung“ und überprüft ob die dort gemachten Ergebnisse auch mit dem übereinstimmen, was auf den vorherigen Veranstaltungen von den TeilnehmerInnen erarbeitet worden ist. „Was tun wir, wenn das nicht der Fall ist? Was passiert mit den Ergebnissen und welche Träger und Verwaltungen nehmen anschließend Einfluß auf diese Ergebnisse?“, dass sind Fragen die uns umtreiben, Ihr bringt sicher noch weitere mit.

Die Veranstaltung findet statt

„ am 7. April 2016
„ von 18.00 bis 21.00 Uhr
„ im Rathaus Kreuzberg, BVV-Saal
„ Yorckstraße 4-11, 10965 Berlin.

 

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Selbstverwaltet und Kommunal

Her mit dem Berliner Modellprojekt in Kreuzberg61 auf dem sogenannten Dragonerareal. Wir wollen dort:

100% Mieten
keine Eigentumswohnungen und Eigentumsprojekte

100% Teilhabe
ohne Eigenkapital, Einlage oder Anteilszeichnung

100% wirklich soziale Mieten
Mieten, die auch für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, tragbar sind

100% dauerhaft abgesichert
Privatisierungen werden ausgeschlossen

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