Wie machen wir das? – Ein offener und selbstorganisierter Raum auf dem „Dragonerareal“ – Ein Veranstaltungsbericht

Rund 40 Nachbar_innen und Interessierte kamen am 4. Oktober im Mehringhof zusammen, um gemeinsam mit den eingeladenen Gästen über ihre Ideen zum zukünftigen „Kiezraum“ auf dem sog. Dragonerareal zu diskutieren. Anwesend waren Vertreterinnen des Kiezladens Friedel54 und Esther Borkam vom Familien- und Nachbarschaftszentrum Kiezanker 36, die ihre Erfahrungen mit uns teilten und hilfreiche Impulse für die Gestaltung des Raums gaben.

Eine Vertreterin der initiativenübergreifenden AG Raum gab zunächst einen kurzen Rückblick auf den bisherigen Prozess. Die Forderung nach einem Raum auf dem Areal wird seit Jahren lautstark von den Initiativen vertreten. Nun hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Kopfgebäude auf dem Areal angemietet. Zur Zeit finden notwendige Umbauarbeiten statt, um die Brandschutzbestimmungen zu erfüllen und den Raum barrierefrei zu machen. Die AG Raum versteht sich in Fragen des „Kiezraums“ als Ansprechpartnerin für den Bezirk und die Sanierungsgebietsbeauftragten S..T.E.R.N GmbH. Es wurde erneut deutlich gemacht, dass der Raum nicht als Standard-Quartiersmanagement begriffen wird, sondern Selbstverwaltung im weitesten Sinne das gemeinsame Ziel ist.

Neben Fragen der Finanzierung, Verwaltung, Organisation und Nutzung, waren die Gäste aufgefordert auch ein paar Worte zu „ganz irdischen Dingen“ zu verlieren.

Input Esther Borkam vom Kiezanker 36

Die 14 Räume des Kiezanker 36 sind „nicht wirklich selbstverwaltet“, haben jedoch einen wichtigen Stellenwert für die Selbstorganisierung der Nachbarschaft. Das Gebäude gehört dem Bezirk, Trägerin ist das Pestalozzi-Fröbel-Haus. Die Organisation des Raums wird von sechs Angestellten übernommen. Die Finanzierung wird durch den Bezirk, vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und aus Töpfen für generationsübergreifenden Zentren geleistet. Hierdurch sind vielfältige, auch kostenlose, Angebote möglich. Dies erfordert jedoch eine gewissenhafte Verwaltung, die ausgiebig Bericht führt.

Input Friedel 54

Die Friedel ist eine „ganz andere Geschichte“. Das nun im Zuge der Räumung ein Kollektiv entstanden ist und als solches auf dieser Veranstaltung auftritt „ist eigentlich ein Unfall.“ Der selbstverwaltete Kiezladen wurde in seinem 13-jährigen Bestehen von unterschiedlichen Gruppen genutzt. Über die Nutzung entschied das offene Plenum im Konsensprinzip. Jedoch gab es auch genug Vertrauen unter den Nutzer_innen, sodass nicht alles im Plenum besprochen werden musste und vieles aus spontaner Eigeninitiative heraus passierte. In der Anfangsphase gab es punktuelle Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement. Während der letzten Jahre wurde staatliche Förderung jedoch komplett abgelehnt.

Arbeitsgruppen

Nach den beiden Inputs ging es in die Arbeitsgruppen zu den Themen: Entscheidungsstruktur, Rechtliches und Finanzielles, Alltägliche Organisation, Zugänglichkeit und Über-Sich-Hinauswirken. Auf großen Plakaten wurden die Ergebnisse festgehalten.

Fazit

In der Veranstaltung wurde deutlich, dass ein offenes Plenum über die Belange des Raums entscheiden sollte. Falls es bezahlte Stellen geben wird, sollen diese keine alleinige Entscheidungsbefugnis haben, sondern sich als Teil des Plenums einbringen und ausführend tätig sein. Zu konkreten Fragen der Nutzung, Trägerschaft und Organisation wurden die oben aufgezählten Vorschläge gesammelt und diskutiert. Diese Auseinandersetzung wird in der AG Raum fortgesetzt werden. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes für den Raum. Es wurde jedoch von vielen Anwesenden betont, dass der Raum Zeit braucht um seine Identität zu finden und sich im Prozess Dinge ändern und neu finden können. In einigen Punkten bestand jedoch klare Einigkeit. Diese wurden als Essentials für den Kiezraum festgehalten:

  • Vertrauen ist die Basis für einen funktionierenden Raum.
  • Diversität von Angeboten und Nutzer_innen muss aktiv gefördert werden.
  • Der Raum muss wachsen.
  • Körperliche und geistige Barrierefreiheit
  • Offenheit

Am Ende wurden alle Interessierten dazu eingeladen sich in die Arbeit der AG Raum einzubringen. Die Veranstaltung wurde ausführlich dokumentiert.

  • Dokumentation der Veranstaltung als .pdf

 

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Modellprojekt in Gefahr – Senat streitet sich mit Bezirk und Initiativen um zukünftige Eigentümerschaft des sogenannten Dragonerareal – Stadtplanungsausschuss des Bezirks Xhain berät am Mittwoch über weiteres Vorgehen

Areal im Holzschnitt

Pressemitteilung, 14.11.2017:

Modellprojekt in Gefahr – Senat streitet sich mit Bezirk und Initiativen um zukünftige Eigentümerschaft des sogenannten Dragonerareal – Stadtplanungsausschuss des Bezirks Xhain berät am Mittwoch über weiteres Vorgehen

Die Auseinandersetzung um das sogenannte Dragonerareal in Kreuzberg geht in die nächste Ebene. Am Montag, dem 06.11.2017, hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf einer Veranstaltung zum Sanierungsgebiet Rathausblock verlauten lassen, dass das Areal von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) schnellstmöglich an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften degewo und WBM übertragen werden soll.

Sowohl der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die Sanierungsgebietsbeauftragten S.T.E.R.N als auch die seit Jahren rund um das Areal aktiven Initiativen zeigten sich überrascht und irritiert von der kurzfristig verkündeten Auswahl der beiden Wohnungsbaugesellschaften.

Nachdem es gelungen ist die Privatisierung zu verhindern und ein Weg für die Übertragung ans Land Berlin vereinbart ist, treffen sich Vertreter_innen des Bezirks, der Gewerbetreibenden, der Initiativen und der Nachbarschaft im offiziellen Beteiligungsverfahren zum Sanierungsgebiet, dort arbeiten sie intensiv an einem Modellprojekt für eine Stadtentwicklung von unten.

Eine zentrale Vereinbarung des Beteiligungsverfahren ist es, dass gerade solche wichtigen Entscheidungen wie die über die Eigentümerschaft nicht übereilt und nicht ohne gemeinsame Entscheidungen im Verfahren getroffen werden. Diese Positionen wurden unter Anwesenheit des Staatsekretär Sebastian Scheel bereits in der Auftaktveranstaltung am 18.07.2017 herausgearbeitet und sind ausführlich auf der Seite des Bezirks dokumentiert.

Mit dem einseitigen Vorschlag von SenStadtWohnen zur Übertragung der Eigentümerschaft an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften fühlt man sich nun auf allen Seiten überrumpelt. Beim Ausschuss für Stadtentwicklung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ist das Thema bereits für die Sitzung am 15.11. um 18:00 für die Tagesordnung angemeldet. Die Initiativen wollen diese Gelegenheit nutzen, ihre Position einzubringen mit dem Ziel gemeinsam mit dem Bezirk auf den Senat zuzugehen.

Die Initiative Stadt von Unten, die sich seit Jahren für den Bestandsschutz des vorhandenen Gewerbes und eine Bebauung des Geländes mit 100% bezahlbaren Wohnungen in einem Modellprojekt „selbstverwaltet & kommunal“ einsetzt, sieht das vom Senat im Koalitionsvertrag versprochene Modellprojekt mit umfassender Beteiligung in Gefahr.

„Wir verstehen nicht, wie man auf der einen Seite ein Modellprojekt für Stadtentwicklung von unten erarbeiten läßt und auf der anderen Seite am vereinbarten Verfahren vorbeiagieren kann. Ohne weitere Debatte soll die Eigentümerschaft an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften übergeben werden, die gerade noch einen Brandbrief an SenStadt geschrieben haben, in dem sie sich gegen mehr Bürger_innenbeteiligung wehren.“

Die Initiative Stadt von Unten fordert stattdessen, dass schon in der Eigentümerschaft des Bodens das Modell „selbstverwaltet & kommunal“ verankert wird. Die Initiative Stadt von Unten sieht dabei ein wichtiges Ziel das Gelände in einen Bodenfonds einzubringen. Über diesen soll von kommunalen, zivilgesellschaftlichen und selbstverwalteten Akteuren sowie von Nachbarschaft und künftigen Bewohner*innen gemeinschaftlich bestimmt wird.

Die Idee orientiert sich an dem in anderen Ländern verbreitetem Modell eines „Community Land Trusts“. In so einem Modell können und sollen auch städtische Wohnungsbaugesellschaften mit Hilfe von Erbbaurechten bezahlbaren Neubau schaffen.

Gegen eine alleinige Eigentümerschaft durch die Wohnungsbaugesellschaften stellen sich die Initiativen mit Nachdruck. Das Gelände soll vorerst an einen Treuhänder gehen, der keine eigenen Entwicklungsinteressen verfolgt und zunächst ausschließlich für die Interimsverwaltung zur Verfügung steht, bis die endgültige Eigentumsform gefunden ist.

„So wie die städtischen Wohnungsbaugesellschaften im Moment strukturiert und geführt sind, garantieren sie bei der Entwicklung des Dragonerareals weder Gemeinwohlorientierung noch eine Demokratisierung der Planung. Im Gegenteil, viele Mieter_innen der (ehemalig) Städtischen können ein Lied davon singen, dass städtisches Eigentum sie nicht vor Privatisierung und Mietsteigerungen geschützt hat und die Mietermitbestimmung unzureichend ist.“

Deshalb fordert Stadt von Unten den Senat auf, sich zu einer kollaborativen Stadtentwicklung zu bekennen, anstatt wieder nur den Status Quo zu verwalten.

14.11.2017, Initiative Stadt von Unten

Kontakt zu Stadt von Unten:

info@stadtvonunten.de // http://www.stadtvonunten.de

 

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Eckpunktepapier: Anforderungen an das Eigentumsmodell für das sogenannte Dragonerareal

Am 06.11.2017 findet eine Informationsveranstaltung zum Stand der Übergabe des Dragonerareals an das Land Berlin statt, aus diesem Anlass hat die Initiative Stadt von Unten ihre Eckpunkte zur Eigentumsfrage aufs Papier gebracht.

Eckpunktepapier:

Anforderungen an das Eigentumsmodell für das sogenannte Dragonerareal

Beteiligung dauerhaft verankern

Beteiligung ist kein Prozess, der bei A anfängt und bei B aufhört, sondern ein fortdauernder Prozess demokratischer Aushandlung von Interessen mit dem Ziel der Teilhabe an den Entscheidungen durch die Betroffenen. Beteiligung bedeutet also, dass Entscheidungen, die die Nutzenden angehen, auch von ihnen mitentschieden werden können. Um dies sicherzustellen, sollen im zukünftigen Eigentumsmodell die öffentliche Daseinsvorsorge sowie die Möglichkeit der Selbstverwaltung der Nutzer*innen abgebildet werden.

Verschiedene Stakeholder beteiligen

Es soll abgesichert werden, dass die Interessen der Nachbarschaft und der Kommune im Eigentümermodell verankert sind und ein „Stakeholderkreis“ festglegt wird. Dieser ist beispielsweise zusammengesetzt aus VertreterInnen des Bezirks, der Nutzer_innengruppen, (Mieter*innen, Nachbar*innen,…), Investor*innen (städt. Wohnungsbaugesellschaft und gemeinwohlorientierte Akteure wie z.B. Genossenschaften oder auch das Mietshäuser Syndikat und soziale Träger).

Trennung von Boden und Gebäuden

Der Boden soll in einer Gesamteigentümerschaft verbleiben und einzelne Teile an unterschiedliche Akteure vergeben werden, dies wäre zum Beispiel aber nicht nur über Erbbaurechte regulierbar. Dabei soll eine Vertragsarchitektur entwickelt werden, die einen sinnvollen Ausgleich zwischen der Autonomie einzelner (Bau-)Projekte auf dem Areal sowie einen Ausgleich zwischen den Interessen aller Projekte, der Nachbarschaft und der Kommune herstellt.

Grund und Boden ist und bleibt dauerhaft nicht privatisierbar.

Eine Privatisierung soll darüber verunmöglicht werden, dass verschiedene Stakeholder über den Boden mitverfügen. Die Versammlung der Mitverfügenden soll paritätisch besetzt und repräsentiert werden und aus verschiedenen Stakeholder-Gruppen bestehen. Die Privatisierung muss mit einer klugen Rechteverteilung in der Eigentümerstruktur so stark wie möglich ausgeschlossen werden. Hierzu gehört auch, dass keine natürliche Person Eigentumsanteile an Grund- und Boden oder Gebäudeteilen besitzt.

Gebundene Verwendung von Überschüssen

Alle zukünftigen Häuser und vermieteten Flächen leisten einen Solidarbeitrag. Außerdem soll keine der Stakeholdergruppen entstehenden Mehrwert aus der Verwertung des Grundstücks abschöpfen können. Über die Verwendung des Solidarbeitrags und der Überschüsse entscheidet die paritätisch besetzte Versammlung. Alle möglichen Gewinne aus dem Grundstück und die Erlöse aus den Solidarbeiträgen sollen in vergleichbare Projekte (Multiplikation des Modells) oder in die Nachbarschaft sowie die Weiterentwicklung des Grundstücks fließen. Zum Beispiel in die Weiterentwicklung nachbarschaftlicher und gemeinschaftlicher (Infra-)Strukturen, in die Verbesserung der Freiraumqualität, in Kultur mit Bezug zum Rathausblock und in die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Rathausblock.

Selbstverwaltung

Alle Mieter*innen sollen eine Option zur Selbstverwaltung haben, sobald sich eine Mehrheit der Mieter*innen in einem Objekt zu diesem Zwecke organisiert.

Studie beauftragen!

Um geeignete Rechtsformen und Instrumente zu finden, soll im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eine Studie ausgeschrieben und bezahlt werden, die Eigentums- und Entscheidungsstrukturen vorschlägt und zur Abstimmung im Beteiligungsverfahren stellt. Es sollen verschiedene Varianten herausgearbeitet werden und deren Vor- und Nachteile dargestellt werden. Betrachtet werden sollen auch internationale Modelle wie die Community Land Trusts oder die Ideen kommunaler oder zivilgesellschaftlich organisierter Bodenfonds/-stiftungen.

 

Initiative Stadt von Unten, 06.11.2017, www.stadtvonunten.de

 

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Initiativen zur Grundstücksverwaltung und Trägerschaft des sog. Dragonerareal

Am 06.11.2017 findet eine Informationsveranstaltung zum Stand der Übergabe des Dragonerareals an das Land Berlin statt, aus diesem Anlass haben Initiativen des Areals gemeinsame Forderungen zur Grundstückfrage gestellt, diese findet ihr hier veröffentlicht.

Gemeinsame Forderungen der Initiativen:

Nachbarschaftsinitiative Dragopolis, Zusammenschluss der Gewerbetreibenden, Initiative Stadt von Unten, Upstall Kreuzberg e.V., Kiezbündnis am Kreuzberg, Initiative Kreativhaus Kreuzberg, Initiative Geschichtsort

Zur Grundstücksverwaltung und Trägerschaft des sog. Dragonerareal

  1. In der aktuell weiterhin laufenden „Dialogphase“ des Beteiligungsverfahren dürfen keine Fakten geschaffen werden: keine endgültigen eigentumsrechtlichen Entscheidungen, keine Vorrechte für neue Zwischennutzer.
  2. Nach der Übereignung an das Land Berlin soll das Grundstück dauerhaft und unveräußerbar kommunales Eigentum bleiben. Privatisierungsmöglichkeiten werden systematisch ausgeschlossen. Aus diesem Grund wird bei zukünftigen TrägerInnen eine entsprechende WächterInnen- / Kontrollfunktion gegen Privatisierungsversuche eingeschrieben und rechtlich verankert.
  3. In der Entwicklung des Modells für das sog. Dragonerareal gibt es keine übereilte Festlegung auf eine oder bestimmte Wohnungsbaugesellschaften als Träger oder Entwicklerinnen des sog. Dragonerareal, die entsprechenden Auseinandersetzung und Ergebnisse des Beteilungsverfahren gehen vor.
  4. Das sog. Dragonerareal wird in Treuhänderschaft verwaltet, bis das endgültige Modell erarbeitet ist und die darauf basierenden Eigentumszuordnungen vorgenommen werden können. Der Treuhänder verfolgt keine eigenen Entwicklungsinteressen und stellt lediglich eine „Vorverwaltung“ dar, bis die letztendliche Verwaltungs- und Eigentumsstruktur im Beteilungsverfahren erarbeitet ist.
  5. Im Beteiligungsverfahren soll ein gemeinsames Gremium geschaffen werden, welches die Neuvermietung oder (Zwischen-)Nutzungen auf dem Areal steuert. Dieses besteht zum Beispiel aus VertreterInnen der Gewerbetreibenden, der beteiligten Initiativen und Nachbarschaft und des Bezirks und ist nicht nur auf eine Beiratsfunktion reduziert. Genaueres hierzu soll im Beteiligungsverfahren erarbeitet werden.
  6. Für alle temporären und zukünftigen Träger soll eine starke und echte demokratische Mitbestimmung in der Frage der Verwaltung und Strukturen für das sog. Dragonerareal grundlegend sein. Das Areal soll künftig kommunal und zugleich selbstverwaltet betrieben werden.
  7. Zur Frage der Mitbestimmung gehören explizit aber nicht abschließend Fragen nach Selbstverwaltung, die ernsthafte Auseinandersetzung mit innovativen/alternativen Betreibermodellen und Trägerschaften auf dem Areal, nach der Rolle der Kommune und wesentlich die Frage der Struktur kommunaler (Wohn-)RaumversorgerInnen. Über die Anwendung verschiedener Betreibermodelle und ihrer Verschränkung soll im Beteilungsverfahren entschieden werden. Grundsätzlich sollen Instrumente wie das Erbbaurecht auf den Prüfstand der Modellentwicklung.
  8. Wie in der Auftaktveranstaltung zum Sanierungsbiet bereits erklärt, gilt weiterhin der Schutz aller Gewerbetreibenden (neue Zwischennutzer wie die Parkraumbewirtschaftung ausgenommen).
  9. Das gemeinsame Ziel sind 100% dauerhaft bezahlbare Mieten für Wohnungen und Gewerbe. Wohnungen auf dem Areal sollen für Menschen bezahlbar sein, die Sozialleistungen beziehen (Orientierung an der Kostenübernahme für Unterkunft und Heizung für ALG II Empfänger*innen).

06.11.17, BVV-Saal des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg

 

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06.11.2017 // Informationsveranstaltung zum Stand der Grundstücksübertragung „Dragonerareal“ an das Land Berlin

An dieser Stelle möchten wir Euch auf die „Informationsveranstaltung zum Stand der Grundstücksübertragung Dragonerareal“ hinweisen. Die Veranstaltung ist dieses mal nicht gemeinsam  mit den Initiativen vorbereitet … wir sind also genauso gespannt wie Ihr auf die Inhalte der Veranstaltung.

 

Informationsveranstaltung zum Stand der Grundstücksübertragung „Dragonerareal“ an das Land Berlin

06. November 2017
18.00 – 20.00 Uhr

im BVV-Saal, Rathaus Friedrichshain-Kreuzberg, Yorckstr. 4-11

Die Veranstaltung richtet sich an die Bewohner*innen und Gewerbetreibenden im Sanierungsgebiet Rathausblock sowie die im Prozess engagierten Initiativen. Die Inhalte des Abends werden sein:

  • Vorstellung des aktuellen Standes: Staatssekretär Scheel
    (Senatsverwaltung für Stadtentwickung und Wohnen) und
    Baustadtrat Schmidt (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg)
  • kurzer Überblick zum Stand des Sanierungsgebietes
  • Rahmenbedingungen zur Grundstücksübertragung aus demHauptstadtfinanzierungsvertrag, notwendige Entscheidungen, Eckpunkte für den weiteren Planungs-, Entwicklungs- und Partizipationsprozess 
  • Rückfragen und Diskussion
  • Bekanntgabe der nächsten Termine zum Kiezraum, Beteiligungswerkstatt usw. 

Sebastian Scheel, Staatssekretär für Stadtentwicklung und Wohnen, und Florian Schmidt, Baustadtrat des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg, werden an der Veranstaltung teilnehmen.

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Werkstatt zum Thema Kiezraum am 09. Oktober 2017

Erst zu unserem Workshop am 04. Oktober, anschließend mit den Ergebnissen in die Werkstatt innerhalb des Beteiligungsverfahren.

Zum Montag, 09.10.2017 von 18-21 Uhr laden die Sanierungsbeauftragten zur gemeinsamen Werkstatt zum Thema „Kiezraum“ ein. Die Ergebnisse unserer Veranstaltung vom Mittwoch, 04. Oktober 2017 werden dort ebenfalls einfließen.

  • Ablauf der Kiezraum-Werkstatt als .pdf
  • Plakat zur Kiezraum- Werkstatt als .pdf
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Quatiermeister Projektförderung: Plangarage nimmt an Abstimmung teil

+++Update+++ Die Abstimmung endete am 30. September, wir informieren Euch über das Ergebnis.

Liebe Leute, auf die letzten Meter der Quartiermeister-Abstimmung über 1.000 Euro Projektförderung (http://quartiermeister.org/de/projektfoerderung/) hat unsere *Plangarage* jetzt sogar noch ein Mobi-Video!

Mit dem Geld von Quartiermeister möchten wir unsere Garage auf dem Dragonerareal zur Plangarage ausbauen – sie zu Archiv, Arbeitsraum, Projektionsfläche, Treffpunkt, Bibliothek und Veranstaltungsmöbel machen!

Am 30.9. endet die Abstimmung – wir freuen uns, wenn ihr und Eure Freund*innen bis dahin noch für uns abstimmt! 
Geht auch ganz easy und schnell: Auf http://quartiermeister.org/de/projektfoerderung/ für uns und ein weiteres Projekt abstimmen, Eure Email-Adresse eingeben und den Link in der Email bestätigen — fertig!

Tausend Dank an Fred Plassmann von OFFscreen für das tolle Video!

Hier geht es zum Video auf Facebook: https://www.facebook.com/stadtvonunten/videos/1094055780729104/

 

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Ist das unsere Stadt? – Visionen des Zusammenlebens in Berlin

Montag, 25. September 19:00 – 21:00

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung // Sebastianstr. 21, 10179 Berlin

Steigende Mieten, mangelhafte Fahrradwege, erhöhte Lebenshaltungskosten. Das Wohnen und Leben in Berlin gerät für viele unter Druck. Es scheint immer wichtiger, Räume des sozialen Zusammenlebens zu schaffen – sei es, um sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen, sich gegen profitorientierte Aufwertungen des Wohnhauses zu wehren oder auch kulturelle (Frei)Räume gemeinsam zu füllen. Doch wie genau können solche Räume aussehen? Welche Wohn- und Organisationsformen gibt es? Welche Rolle spielen Prozesse der Digitalisierung?

An diesem Abend wollen wir mit Florian Schmidt (Baustadtrat Friedrichshain-Kreuzberg), Dr. Antje Matern (Regionalplanerin BTU Cottbus) und Enrico Schönberg (Initiative Stadt von Unten) diskutieren.

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der „Stadttage – Themenwoche zur Zukunft von Stadt“ des Bildungswerkes Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Weitere Informationen unter: https://www.bildungswerk-boell.de/de/stadttage

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Wie machen wir das: Ein offener und selbstorganisierter Raum auf dem „Dragonerareal“

Stadt von Unten lädt herzlich ein zum öffentlichen Workshop

am 04. Oktober 2017, 19.00 bis ca. 21.30 Uhr

im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

Seit mehreren Jahren fordern die Nachbarschaft in Kreuzberg 61 und die verschiedenen Stadtteil- und stadtpolitischen Initiativen einen selbstverwalteten, offenen und unkommerziellen Raum auf dem sog. Dragonerareal in Kreuzberg: einen Raum als Treff- und Infopunkt, Raum für eine Planung von unten, für öffentliche Veranstaltungen, Beratungsangebote, als Ausstellungsort, für Geschichts- und Erinnerungsarbeit, Beteiligung der Nachbarschaft und vieles andere mehr…

Dieser „Kiezraum“ rückt nun in greifbare Nähe: Gemeinsam haben die Initiativen erreicht, dass bald das südliche Kopfgebäude der Stallungen bezogen werden kann. Der Raum ist mittlerweile vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg angemietet, unterstützt wurde dieser Prozess von der für das Sanierungsgebiet Rathausblock beauftragten S.T.E.R.N. GmbH. 
Gleichzeitig sind viele Fragen der praktischen Umsetzung und alltäglichen Organisation des Kiezraums noch ungeklärt: Wie organisieren wir so einen Raum am besten? Wer entscheidet was und vor allem wie? Wie finanziert sich ein unkommerzieller Raum? Was heißt überhaupt „offen“?

Die Initiativen rund ums Dragonerareal basteln seit einiger Zeit intensiv an Konzepten für Nutzungen und Trägerschaft eines solchen Raums. Wir möchten unsere Arbeit und Diskussionen der letzten Wochen öffentlich zugänglich machen und uns von bereits bestehenden „Kiezräumen“ und Projekten in und um Berlin inspirieren lassen. Wir haben deshalb einige Gäste eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten, welche Ansätze und Erfahrungen es mit der Organisierung von offenen Räumen schon gibt und was wir davon lernen können. Gemeinsam wollen wir mit allen Interessierten aus der Nachbarschaft und dem Stadtteil, ob Initiativen oder Einzelpersonen, weiter an unseren Ideen feilen – denn eine Stadt von unten braucht Raum und Zeit.

Kommt vorbei und bringt Euch in den entstehenden Kiezraum auf dem sogenannten Dragonerareal ein!

Die Veranstaltung wird organisiert von der Initiative Stadt von Unten in Zusammenarbeit mit der AG RAUM.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/486252821743522/

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X-Faktor: 1 Code, 11 Entwurfsvorschläge für das sogenannte Dragoner-Areal – Ein Bericht

Donnerstagnachmittag, 20. Juli 2017: In einer eingeladenen Diskussionsrunde wurden 11 Städtebau-Projekte vorgestellt, die sich im Entwurfsstudio X-Faktor mit dem sogenannten Dragoner-Areal in Kreuzberg beschäftigt haben. Das Gelände ist mit 4,7 Hektar die zweitgrößte innerstädtischen Entwicklungsfläche Berlins und vorwiegend von produzierendem Klein-Gewerbe, kulturellen Einrichtungen und Nahversorgung geprägt. Zahlreiche Initiativen haben sich seit Jahren gegen die Privatisierung des bundeseigenen Grundstücks und für eine Stadt-Entwicklung “von unten” eingesetzt.

In dem deimonatigen Entwurfsstudio mit 20 Bachelor und 24 Master Studierenden war es die Aufgabe, in der Weiterentwicklung des Geländes, einen Umgang mit dem baulichen und sozialen Bestand zu erarbeiten und eine eigene Haltung bezüglich Bebauungsdichte, Programmen, Räumen und Trägerschaften nach dem Modell einer nutzer*innengerechten Stadt zu entwickeln.

Alle Vorschläge wurden auf Grundlage eines gemeinsamen „Codes“ erarbeitet, der die Besonderheiten von Kreuzberg beschreibt. Hierfür waren in der Analysephase von den Studierenden über 100 prototypische Situationen verschiedener Maßstäbe – von der Schaukel, über Parkhäuser, Sozialbauten, kulturelle und soziale Einrichtungen oder den typischen Berliner Block – in ganz Kreuzberg kartiert und untersucht worden. Ziel war es Parameter zu identifizieren, die die räumliche und soziale Heterogenität, aber auch die Zugänglichkeit dieses Stadtteils ausmachen. Auf Grundlage des Codes entstanden Projekte, die neben der Herstellung von Bezahlbarkeit und neuen Wohn- und Arbeitsformen auch den Umgang mit Geschichte und Denkmalschutz kritisch diskutierten: Reservat vs. Weiterentwicklung, Wildheit und Brache-Charakter vs. Planung und Neubau, räumliche und soziale Zugänglichkeit vs. verborgene Räume bzw. Orte des „Special Interests“, Serielles Bauen und Bauökonomie vs. Individualität und Freiraum, Belichtung vs. Dichte, Nachbarschaft vs. gesamtstädtische Bedeutung. Zudem wurden über die vorgegebene Grundstücksgrenzen hinaus Bezüge hergestellt, sowie für die schwierige Verbindung von Wohnen und produzierendem Gewerbe Lösungen vorgeschlagen.edes Projekt hat hierzu sehr eigene Aussagen getroffen und die Qualität des Geländes interpretiert und weiterentwickelt. Entstanden sind wichtige Diskussionsbeiträge, die nach Meinung der anwesenden Gäste eine große Hilfe beim Weiterdenken und der gemeinsame Weiterentwicklung des Areals sein können.

Zu Gast waren: Lisa Vollmer und Enrico Schönberg (Stadt von Unten), Uta Wehde und Peter Manz (Nachbarschaftsinitiative Dragopolis), Christa Haverbeck und Alexander Matthes (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg), Urike Dannel und Theodor Winters (S.T.E.R.N, Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung/ Sanierungsbeauftragte Rathausblock), Inken Baller (Architektin, ehem. BTU Cottbus), Verena von Beckerath (Architektin, Heide&von Beckerath, Bauhaus Universität Weimar), Robert Burghardt (Freier Architekt), Karin Gansauge (ehemalige Geschäftsführererin Planungsbüro TOPOS), Joachim Günter (ehemals SenStadt), Dirk van den Heuvel (Department of Architecture / TU Delft), Lisa Rochlitzer (Freie Architektin, Regionalberatung Mietshäuser Syndikat).

Im Vorfeld hatten die Studierenden ihre Projekte mit Britta Jürgens (Deadline Architects), Mathias Heyden (Stadtforscher) Sandy Kaltenborn (Image Shift, Kotti + Co), Dagmar Pelger (freie Architektin, Forscherin) diskutiert.

Das Entwurfsstudio wurde betreut von den Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Anna Heilgemeir, David Levain, Katharina Hagg und Prof. Jörg Stollmann. Begleitet wurde das Studio von Projektintegrierten Lehr-Veranstaltung zu technischem Ausbau betreut von Matthäa Ritter (FG GTE TU Berlin) im Bachelor und im Master zur Verwendung von GIS Daten betreut von Wolfgang Straub (Kartographieverbund TU Berlin).

In Kooperation mit der Initiative Stadt von Unten.

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Selbstverwaltet und Kommunal

Her mit dem Berliner Modellprojekt in Kreuzberg61 auf dem sogenannten Dragonerareal. Wir wollen dort:

100% Mieten
keine Eigentumswohnungen und Eigentumsprojekte

100% Teilhabe
ohne Eigenkapital, Einlage oder Anteilszeichnung

100% wirklich soziale Mieten
Mieten, die auch für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, tragbar sind

100% dauerhaft abgesichert
Privatisierungen werden ausgeschlossen

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