Dragonerareal 2319 – Ein Science-Fiction Filmworkshop für Jugendliche

 

Wie werden Kreuzberg und das Dragonerareal im Jahr 2319 aussehen? Wie werden Menschen zusammenleben? Was wird mit dem Klimawandel los sein? Was werden die Menschen essen, welche Sprache werden sie sprechen, in welchen Häusern werden sie wohnen?

Wir werden uns gemeinsam auf Zukunftsreise begeben und einen Science-Fiction-Kurzfilm drehen!

Wer schon immer ein Drehbuch schreiben, Ton- und Lichttechnik machen, Stop-Motion-Animation lernen, Kostüme entwerfen oder Schauspielen wollte ist in diesem Workshop genau richtig! Wir werden gemeinsam das Areal erkunden, Grundlagen der Science-Fiction kennenlernen und uns über aktuelle Entwicklungen in der Stadt austauschen. Am Ende der ersten Woche soll unser Drehbuch fertig sein. Die zweite Woche werden wir mit dem Filmdreh verbringen.

Bereit für die Zeitreise? Wir freuen uns auf Dich!

Was? Kostenloser Filmworkshop
Wann? In den Herbstferien, vom 7. bis 18. Oktober, Montag bis Freitag 12-17 Uhr.
Wo? Plangarage Dragonerareal, Mehringdamm
Mit wem? Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren

Wir sprechen auch Englisch, Türkisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Melde dich gerne bei uns, wenn du Lust auf den Workshop hast, auch wenn du wenig deutsch sprichst.

Ihr könnt euch unter info@stadtvonunten.de anmelden. 

Hier geht’s zum Teaser, den wir auf der Dragonale mit Kindern und Jugendlichen gedreht haben. 

Hier kommt ihr zu dem Rückblick unserer letzten Projektwoche.

Die Realisierung des Projektes wird aus Mitteln des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung ermöglicht.

 

Print Friendly, PDF & Email

DEMO: Richtig deckeln, dann enteignen. // 03. Oktober 2019 um 13:00 // #Alexanderplatz am Haus des Lehrers

Deckel und Töpfe: Mietenwahnsinn wird endlich Einhalt geboten

Seit über 10 Jahren fordert die Berliner Mieter*innenbewegung „Hoch mit den Löhnen, runter mit der Miete“ – auf der Straße lautstark unterstützt von Kochtöpfen und Deckeln. Mit dem Vorschlag des Mietendeckels aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sah es zwischenzeitlich so aus, als würde die zweite Forderungen endlich in die Tat umgesetzt: Die Mietsteigerungen, durch die schon so viele ihr Zuhause verloren haben und die nur dem Profit dienen, hätten nach dem ersten Referentenentwurf aus der Senatsverwaltung zurückgenommen werden können. Das ist richtig, denn dann könnten sich Berlin wieder alle leisten. Statt Spekulation zu befördern, soll die Regierung die Interessen der Mieter*innen der Stadt und damit 80% der Bevölkerung in den Vordergrund stellen. Dass demnach Vermieter*innen statt Mieter*innen Härtefallanträge hätten stellen müssen, wenn sie durch diese Absenkung in finanzielle Schwierigkeiten geraten wären, ist konsequent: das Grundbedürfnis Wohnen steht über der Ware Wohnraum.

Aber durch die Gegenkampagne von Immobilienlobby, rechten Oppositionsparteien und Teilen der Presse haben SPD, Linke und Grüne nun offenbar kalte Füße bekommen und den Mietendeckel an entscheidenden Stellen wieder aufgeweicht: Mietobergrenzen sollen höher liegen, Mieterhöhungen bei Modernisierung weiter möglich und Mietabsenkung nur noch in bestimmten Fällen möglich sein. Ein leicht verbesserte Mietpreisbremse ist aber nicht das, was r2g vereinbart hat und was die Mieter*innenstadt Berlin erwarten kann: Wir brauchen den radikalen Mietendeckel mit einem stadtweiten Mietenstopp!

Zudem soll der Mietendeckel gerade nicht im sozialen Wohnungsbau gelten, wo in den letzten Jahren in vielen Häusern besonders starke Mietsteigerungen das Leben der ärmsten Berliner*innen zur Hölle gemacht haben. Deshalb fordern wir einen Mietendeckel auch für den sozialen Wohnungsbau!

Auch beim Neubau gilt der Mietendeckel nicht. Dabei wissen wir doch schon lange: es fehlt an bezahlbarem Neubau, nicht an dem teuren, der überall gebaut wird. Wenn eine Mietobergrenze bestimmte Wohnungsmarktakteure also davon abhält zu bauen: kein Problem – um so mehr Platz für den wirklich bezahlbaren, dauerhaft abgesicherten kommunalen und selbstverwalteten Wohnraum den wir brauchen.

Und: Auch der beste Deckel braucht einen Topf, auf den er passt. Der Mietendeckel muss von vielen weiteren Maßnahmen begleitet werden: Enteignung großer Wohnungsunternehmen, Neubau von 100% wirklich bezahlbaren, dauerhaft unprivatisierbaren kommunalen Wohnungen in der gesamten Stadt und Demokratisierung von Planungsverfahren und den Institutionen der Wohnraumversorgung. Mietendeckel und Enteignung schaffen die Voraussetzungen dafür, Immobilien und Boden aus der Kapitalverwertung rauszuziehen. Auch für den Neubau von Wohnungen müssen wir neue Modelle des Gemeineigentums in demokratischer Selbstverwaltung durch Stadtgesellschaft und Mieter*innen entwickeln und durchsetzen.

Für all das geht es am 3. Oktober auf die Straße: Die Demonstration „Richtig deckeln, dann Enteignen“ starte auf dem Alex (Haus des Lehrers) um 13 Uhr. Wir sind dabei. Kommt auch, bringt eure Nachbar*innen, Freund*innen und Kolleg*innen mit – denn bezahlbarer Wohnraum geht uns alle an und ohne Druck reagiert die Politik nicht.

Print Friendly, PDF & Email

Aufruf zum Global Climate Strike am 20. September

Auf die Straße für eine klimagerechte Stadt

Um die Klimakatastrophe abzuwenden, müssen sich auch unsere Städte radikal verändern. Unsere Lebensweise und die Art, wie unsere Städte gebaut sind, verursachen CO2-Emissionen, die nur durch einen schnellen und umfassenden sozial-ökologischen Wandel signifikant reduzierbar sind. Hierfür müssen wir insbesondere in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung umdenken.

Der Energieverbrauch in unseren Haushalten ist eine der Hauptquellen von CO2-Emissionen. Richtiges Heizen ist wichtig, jedoch spielt die Gebäudedämmung die entscheidende Rolle. In unsanierten Gebäuden mit geringer Energieeffizienz muss mehr geheizt werden, was heute vor allem durch fossile Brennstoffe geschieht. Das verursacht einerseits Emissionen und andererseits Kosten für die Mieter_innen. Energieeffiziente Gebäude sind ein essenzieller Baustein in Richtung klimagerechter Stadt. Momentan werden die Kosten für energetische Modernisierungen auf die Mieter_innen umgelegt und dienen als Instrument für Mietsteigerung und Verdrängung. Modernisierungen ohne Umlagen auf die Mieter_innen wurden bisher nur von städtischen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften umgesetzt. Profitorientierte Immobilienunternehmen stehen einer sozialverträglichen und klimagerechten Transformation also im Weg. Auch aus sozial-ökologischer Perspektive ist die Enteignung von Immobilienunternehmen und die Vergesellschaftung der Häuser ein notwendiger Schritt.

Emissionen durch Autos sind eine weitere Baustelle in den Städten. Neben dem Flugzeug sind Autos die Fortbewegungsmittel, die am meisten CO2 verursachen. Dies liegt auch daran, dass meist nur eine Person im Wagen sitzt – und damit vermutlich in den Städten vor allem im Stau steht. Das Auto gefährdet somit nicht nur die Umwelt und unsere Gesundheit, sondern beansprucht durch flächendeckendes Straßennetz und Parkplätze auch viel zu viel Platz im öffentlichen Raum. Um das Auto verzichtbar zu machen, braucht es neue, kollektive Mobilitätskonzepte, die für alle zugänglich und bezahlbar sind. Der Ausbau von Radwegen, kostenloser ÖPNV und fußgängerfreundliche Planung sind in anderen Großstädten bereits Standard. Damit wäre auch Raum für weniger Versiegelung und mehr grün in der Stadt. Das wird in der Zukunft auch deshalb wichtig sein, weil der Klimawandel Städte in sogenannte Hitzeinseln verwandeln wird.

Auch aus der industriellen Landwirtschaft und unseren (urbanen) Ernährungssystemen entstehen massive Emissionen. Das liegt an dem hohen Konsum von tierischen Lebensmitteln, aber auch an industrieller Verarbeitung, langen Transportmitteln, Kühlung in den Supermärkten und schließlich einer riesigen Lebensmittelverschwendung. Die industrielle Landwirtschaft produziert zwar billig, aber mit erheblichen ökologischen und sozialen Kosten. Klimagerechte Ernährung – also: der Konsum von regionalen, ökologischen Lebensmitteln – ist aktuell eine Klassenfrage und für viele Mieter_innen viel zu teuer – jedenfalls solange unsere Mieten so hoch und unsere Löhne so niedrig sind. Daher brauchen wir dringend eine Agrar- und Ernährungswende, die nicht nur Lebensmittel anders produziert, sondern auch für alle zugänglich macht. Die Vision der klimagerechten Stadt könnte regionale Ernährungssysteme, urbane Landwirtschaft und Kiezkantinen beinhalten.

Es ist essenziell, die soziale Dimension des Klimawandels mitzudenken, damit klimafreundliche Maßnahmen nicht zum Instrument zur Verschärfung von sozialer Ungleichheit werden. In Angesicht der Katastrophe ist es angemessen klar zu benennen, dass es für einen sozial gerechten und ökologischen Wandel der Überwindung des profitorientierten Wirtschaftssystems braucht, der durch seinen Wachstumszwang diese Krise verursacht hat.

Das ist alles zu teuer? Dafür gibt’s kein Geld in Zeiten von Schuldenbremse & Co? Das stimmt nur, wenn das Geld weiter in Form von Profiten in die Taschen einiger weniger wandert. Enteignung, Vergesellschaftung und Umverteilung wären klimaeffiziente Maßnahmen und würden es möglich machen, die gesellschaftlichen Veränderungen auf den Weg zu bringen, die wir im Laufe des nächsten Jahrzehnts unbedingt brauchen, um die Klimakrise noch abzuschwächen.

Zuletzt: Städte sind nicht nur Orte, in denen Emissionen reduziert werden müssen. Städte werden die Orte sein, in denen der Teil der globalen Bevölkerung wohnen wird, der an anderen Orten keine Lebensgrundlage mehr hat. Die Klimakrise wird Flucht und Migration nach Europa und in andere Wohlstandszentren in einem ganz anderen Maßstab auslösen. In Zeiten des Klimawandels brauchen wir solidarische Städte. Am 20. September fangen wir damit an – auf die Straße für eine klimagerechte Stadt!

Kommt zur Demo am Global Climate Strike am 20. September!
Ort: Brandenburger Tor
Zeit: 12 Uhr

Für Aktionen des zivilen Ungehorsams, schließt Euch dem Demo-Rave ab 15 Uhr am Potsdamer Platz an und achtet auf Fahnen und andere Symbole. Für alle Infos, folgt dem Hashtag #UngehorsamfürAlle!

Zusätzliche Informationen findet ihr hier:
https://www.klima-streik.org

Print Friendly, PDF & Email

Die 4. Dragonale! // Sonntag, den 01.09.2019

Die 4. Dragonale!

Am Sonntag, den 01.09.2019, 

ist es wieder soweit!

Von 14:00 bis 22:30 Uhr findet auf dem Hof und im Saal des Clubs „GRETCHEN“ sowie drum herum auf dem Dragonerareal zum vierten Mal das Nachbarschaftsfest „DRAGONALE“ statt.

Die „Nachbarschaftsinitiative Dragopolis“ möchte in Zusammenarbeit  mit der „Initiative Kreativ Haus Kreuzberg“ und dem Club „GRETCHEN“mit euch feiern. Wie immer ist der Eintritt frei, über Spenden freuen sich die Beteiligten natürlich sehr.

Es gibt wieder ein vielfältiges Musikprogramm auf den verschiedenen Bühnen, eine Theateraufführung und eine Filmvorführung sind ebenfalls geplant. Weiteres ist derzeit noch in der Vorbereitung, lasst euch überraschen!

Das Fest wird in diesem Jahr anteilig von der Musicboard Berlin GmbH im Förderprogramm „Pop im Kiez“ gefördert. Zu dessen Hintergrund wie auch zur aktuellen Situation im Modellprojekt Rathausblock wird es Informationen und Stände – u.a. auch von den verschiedenen vernetzten Initiativen – geben.

Für leckeres Essen wird auch gesorgt, kalte Getränke gibt es am Tresen vom „Gretchen“. 

Die „Nachbarschaftsinitiative Dragopolis“ in Zusammenarbeit  mit der „Initiative Kreativ Haus Kreuzberg“ und dem Club „GRETCHEN“ freuen sich auf Euch!

Ort:

Club Gretchen / Obentrautstr. 19 – 21,

10963 Berlin – Kreuzberg / U Mehringdamm bzw. Hallesches Tor

 

Kontakt / Infos: info@dragopolis.de und https://www.dragopolis.de/

Plakat zur Veranstaltung mit weiteren Infos als .pdf

Print Friendly, PDF & Email

SPD: L’état, c’est moi! SPD boykottiert Modellprojekt am Dragonerareal // Pressemitteilung vom 02.08.2019

Die Modellprojektvorstellung der SPD Berlin. Nen paar Rigipsplatten und nen bischen Absperrband. Hauptsache es geht schnell.

SPD: L’état, c’est moi!
SPD boykottiert Modellprojekt am Dragonerareal

Es ist erst wenige Wochen her, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die BIM und die WBM gleichberechtigt mit zivilgesellschaftlichen Initiativen eine Kooperationsvereinbarung zur modellhaften Entwicklung des Dragonerareals unterzeichnet haben. Ein positives Beispiel für eine kooperative und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung unter zivilgesellschaftlicher Beteiligung.

Doch scheinbar ist der SPD sich nicht zu schade, diesen Prozess zu nutzen, um gegen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bezirk und Zivilgesellschaft zu schießen: der vereinbarte Baubeginn 2021 sei zu spät. Wie ein früherer Termin jedoch überhaupt zustande kommen soll, bleibt das Geheimnis der SPD. Denn das städtebauliche Werkstattverfahren ist gerade erst angelaufen, denkmalpflegerische Vorgaben und die Bereinigung des Geländes von Altlasten und die Erschließung brauchen ihre Zeit.

Zur Erinnerung: Die Privatisierung des Geländes wurde 2015 durch den Druck zivilgesellschaftlicher Initiativen verhindert. Seitdem stand die Übertragung ans Land Berlin aus. Sie wurde erst im Sommer 2019 und damit knapp vier Jahre später vollzogen. Auch der zwischenzeitliche Wechsel im Bundesfinanzministerium zu einem SPD-Genossen beschleunigte die Übertragung nicht. Es wirkt also wie Hohn, wenn der Finanzsenat laut Morgenpost nun verlauten lässt: „Man habe die Übertragung des Dragonerareals an das Land Berlin schließlich selbst schnellstmöglich abgewickelt.“

Offenbar geht es der SPD nicht wirklich darum, den Bau von Wohnungen um ein paar Monate zu beschleunigen. Die breite zivilgesellschaftliche Beteiligung ist ihr ein Dorn im Auge. Sie agiert frei nach dem Motto: der Staat bin ich – l’état, c’est moi!

Die Initiative Stadt von Unten dazu:

„Wenn die SPD aus fadenscheinigen Gründen gegen die Kooperation schießt, schießt sie sich nur selbst ins Bein.“

  • Pressemitteilung als .pdf
Print Friendly, PDF & Email

ZusammenKüche in der #Plangarage // 10.08.2019 ab 10 Uhr

WIR WOLLEN EUCH EINLADEN ZU KOCHEN, KÜCHENBAU UND KIEZDINNER AM SAMSTAG, DEN 10. AUGUST 2019!

Im Juni haben wir eine mobile Küche gebaut und mit euch ein phänomenales Dinner gezaubert! Vielen Dank für dieses wunderbare Wochenende! Im August wollen wir mit euch Küche & Bar mit Lichtern und Farbe zum Leuchten bringen und anschließend bei einem Kiezdinner einweihen.

Ab 10.00 Uhr
BAUBEGINN: Mit Beleuchtung und Farbe werden Bar und Küche schön. Unterstützt werden wir von den Selbstbau-Expert*innen von ConstructLab und Wiebke.
Parallel heißt es wieder: Dinner planen!

13.00 Uhr
AREALSPAZIERGANG: Warum steht da eine Burg? Wo ist der Kiezraum? Und vor allem: Wo ist hier der Raum für eure Wünsche und Ideen?

19.00 Uhr
DINNER UND MUSIK! Wir wollen schlemmen und mit euch auf gute Nachbarschaft anstoßen! Anschließend laden wir an die Bar zu Musik und tiefsinnigen Gesprächen: Was für eine Nachbarschaft entsteht hier? Was wollt ihr hier tun – heute, bald, in Zukunft? Taj Ji? Kochen? Wohnen? Und wie können wir gemeinsam den Raum dafür schaffen?

BRINGT EURE IDEEN, WERKZEUGE, KOCHUTENSILIEN, TELLER, BESTECK UND MUSIKINSTRUMENTE MIT!

Die mobile Küche wird in Zukunft im Rathausblock unterwegs sein – für alle, die dort kochen, planen, sich treffen und die neue Nachbarschaft mitgestalten wollen. Wenn ihr als Gruppe oder Nachbar*innen dabei sein wollt bei dem, was auf dem Dragonerareal entsteht, kommt vorbei!

Eine Veranstaltung vom Vernetzungstreffen Rathausblock, der ZusammenStelle und ConstructLab in der Plangarage

Der Workshop wird durch den Kiezfonds Rathausblock gefördert.

Print Friendly, PDF & Email

Sommersause von unten // 20.09.2019 ab 20 Uhr

 

Stadt von Unten lädt zur Sommersause in der Plangarage. Nach unserem jahrelangen Kampf gehört das Grundstück des Dragonerareals endlich dem Land Berlin. Zur Frage wie es nun vergesellschaftet werden kann, haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit Vertreter*innen von Bezirk, Senat und anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen erarbeitet, die ebenfalls dieses Jahr unterzeichnet wurde. Noch sind zwar nicht 100% unserer Forderungen erfüllt, aber wir wollen diese gemeinsam erreichten wichtigen Zwischenschritte trotzdem schon mal mit euch feiern und uns so bei allen Unterstützer*innen und Freund*innen bedanken.

Dazu laden wir euch herzlich in die Plangarage ein, sie ist umgestaltet und erwachsen geworden. Kommt vorbei zu kalten Getränken und Musik und lasst uns gemeinsam den Ausklang des Sommers begehen! 

Wann: Freitag, 20. September, ab 20 Uhr

Wo: Plangarage

Print Friendly, PDF & Email

In Gedenken an Felicita Reuschling

Feli als Moderatorin (rechts im Bild) bei einer Veranstaltung im Rahmen des urbanize 2018

 
Felicita Reuschling
(1.3.1967 – 29.6.2019)

~*~

Vor einigen Wochen hat uns eine traurige Nachricht erreicht: Feli, die sich im letzten Jahr stark in unsere Initiative eingebracht hat, ist nach kurzer Krankheit gestorben. Wir haben viele schöne Stunden geteilt, laue Sommerabende auf dem Dragonerareal gemeinsam verbracht, Diskussionen geführt und vieles zusammen auf den Weg gebracht. Ihr plötzlicher Tod erschüttert uns. In tiefer Trauer gedenken wir Ihrer wichtigen Beiträge als Moderatorin, Kuratorin, als Autorin zur feministischen und stadtpolitischen Debatte, als Weggefährtin. Die stadtpolitische Bewegung ist um eine Aktivistin ärmer und wir um eine Freundin.

~*~

Print Friendly, PDF & Email

Kapstadt von unten. Städtische Bewegungen und Hausbesetzungen am Kap – Veranstaltung mit 6 Aktivist*innen aus Kapstadt // 25.07.2019, 19:00 Uhr

Kapstadt hält weltweit den Rekord an sozialer Ungleichheit. Einerseits gibt es hier die gepflegten und malerischen Stadtviertel der Ober- und Mittelschicht, andererseits die Townships und selbstorganisierten Siedlungen in den Cape Flats, wohin das Apartheidregime der weißen Rassisten Hunderttausende Menschen anderer Hautfarbe deportierte, um die besten Lagen der Innenstadt für sich zu haben. Seit dem Ende der Apartheid vor 25 Jahren hat sich an der riesigen Kluft dieser getrennten Welten nichts verändert. Im Gegenteil, die Verdrängungsprozesse in Innerstadtbereichen wie Woodstock, Salt River oder Observatory führten in den letzten Jahrzehnten zur Vertreibung vieler Tausender Menschen, die hier seit Jahrzehnten in bezahlbaren Mietwohnungen gelebt hatten – durch  Umwandlung in Ferienwohnungen, zwangsgeräumt nach horrenden Mietsteigerungen, etc. Teils kamen sie dann in Containerstädte außerhalb Kapstadts.

In den letzten Jahren bildeten sich Initiativen und Bewegungen, um diese menschenfeindliche sozialräumliche Trennung zu bekämpfen und rückgängig zu machen. „Reclaim the City“ hat Grundstücke identifiziert, die mit bezahlbarem Wohnraum bebaut werden müssten, um Leute aus den Cape Flats wieder in die Innenstadt zu bringen und sie führen Besetzungen durch, von Land und von Gebäuden, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Seit etwa zwei Jahren haben sie ein leer stehendes Krankenhaus im Stadtteil Woodstock besetzt. Dort leben jetzt wieder 700 Leute, die in den Jahren davor aus Woodstock verdrängt oder umgesiedelt wurden. Direkt an der noblen Waterfront wurde ein Schwesternwohnheim besetzt, weitere Besetzungen sind geplant.

Vom 23. bis 27. Juli sind sechs Aktivist*innen von diesen Initiativen aus Kapstadt in Berlin, um sich mit Mieterorganisationen, Stadtteilorganisationen und Mieterprotesten aus Berlin auszutauschen und voneinander zu lernen.

Es sind:

  • Jared Rossouw und Nozuko Bhalindlela von der Bewegung „Reclaim the City“, die beide im besetzten ehemaligen Krankenhaus im Stadtteil Woodstock leben,
  • Jacqui Poking von einer Stadtteilgruppe, die gegen Luxus-Großprojekte internationaler Investoren in ihrem Stadtteil kämpft,
  • Fawzia Veerasemy von der Neighbourhood Watch Gatesville, einer Organisation von Mieter*innen in Sozialwohnungen, die der Provinz Western Cape gehören und jetzt privatisiert werden sollen sowie
  • Helen Rourke und Akhona Siswana von der „Development Action Group“, die diese Kämpfe organisatorisch und juristisch unterstützen,

 

Ihr seid alle herzlich eingeladen zum informellen Garagengespräch am Donnerstag, 25. Juli, 19 Uhr in der Plangarage auf dem Dragonerareal!

 

Print Friendly, PDF & Email

What’s next? – Kooperationsvereinbarung: Von großen Forderungen und ersten Schritten

Kooperationsvereinbarung: Von großen Forderungen und ersten Schritten

Seit vielen Jahren kämpfen wir um eine gemeinwohlorientierte Entwicklung des sogenannten Dragonerareals in Berlin-Kreuzberg. Im Jahr 2015 haben wir damit die Privatisierung durch den Bund an einen privaten Investor verhindert. Jetzt können wir zwei weitere Erfolge feiern: Das Grundstück ist eeeeendlich ans Land Berlin übertragen (jetzt wirklich!) und es gibt eine Kooperationsvereinbarung unter zivilgesellschaftlicher Beteiligung zur weiteren Entwicklung des Geländes und des umgebenden Rathausblock-Quartier. Die Kooperationsvereinbarung wurde am Montag, 17. Juni 2019, unterzeichnet und wir wollen sie hier kurz vorstellen und bewerten, insbesondere dahingehend inwiefern sie unseren Forderungen entspricht und was noch zu tun bleibt.

Teilhabe und Mitbestimmung im Verfahren

Es war schon sehr lang unsere Forderung, dass zivilgesellschaftliche Initiativen gleichberechtigt der städtischen Verwaltung gegenüber die zukünftige Entwicklung des Geländes mitbestimmen darf. Um diese Forderung umzusetzen wurde im vergangenen Jahr ein Übergangsgremium, der Gründungsrat, damit beauftragt eine Kooperationsvereinbarung zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft auszuhandeln. Im Gründungsrat sind Zivilgesellschaft und Politk/Verwaltung – zu gleichen Teilen vertreten – beteiligt. Die Kooperationsvereinbarung legt nun fest, dass diese gleichberechtigte Zusammenarbeit auch im weiteren Verfahren im Zukunftsrat Rathausblock und in weiteren Gremien und Arbeitsgruppen weitergeführt wird. Dass diese Art der paritätischen Kooperation aufgrund von ungleich verteilten Ressourcen und Entscheidungskompetenzen nicht automatisch zu Augenhöhe führt haben wir an anderer Stelle schon einmal ausführlich reflektiert. Auch in Zukunft wird es daher darauf ankommen auch Druck von außen auf das Verfahren zu machen, um die Stimmen zu stärken, die aktuell ihr Zuhause verlieren.

100% wirklich bezahlbare Mieten

Eine unser zentralen Forderungen war von Anfang an, dass auf dem Dragonerareal zu 100% wirklich bezahlbare Mieten in Wohnen und Gewerbe entstehen müssen. Die Kooperationsvereinbarung spricht nun von „100 % leistbarem und bedarfsgerechten Wohnraum für vielfältige Lebensmodelle“. Soweit, so gut. Was das genau im Detail heißt (vor allem in Miethöhen) und wie das umgesetzt wird, ist weiterhin offen. An Mietenkonzepten soll gemeinsame gearbeitet werden, auch hier erwarten wir in der Zukunft Auseinandersetzungen.

100% dauerhaft abgesichert und Bodenpolitik

Bezahlbare Mieten brauchen wir nicht nur heute, sondern auch morgen und für immer. Anders als im klassischen sozialen Wohnungsbau müssen sie dauerhaft abgesichert sein. Zur Umsetzung dieser Forderung gibt es in der Kooperationsvereinbarung noch keine konkreten Ideen. Es wird aber an mehreren Stellen darauf verwiesen, dass die einzelnen Flächen zur Bebauung im Erbbaurecht vergeben werden sollen. Solche Erbbaurechtverträge ermöglichen die dauerhafte Festschreibung von sozialen Zielen. Eine weitere Forderung von uns war es, dass über eine solche Bodenpolitik nicht nur gesamtstädtische Interessen z.B. durch die Verwaltung vertreten sind, sondern auch die der Mieter*innen und der Nachbarschaft. Zur Frage wie das umgesetzt werden kann sieht die Kooperationsvereinbarung eine Konzeptentwicklung vor.

Demokratisierung und Trägervielfalt

Unsere Forderungen umfassen nicht nur die Mitbestimmung bei Planungsverfahren, sondern auch die Demokratisierung der Institutionen die Wohn- und Gewerberaum bauen und verwalten, also zum Beispiel der landeseigenen Wohnungsunternehmen. Um eine dauerhafte Mitbestimmung über die Nachbarschaft zu ermöglichen, bedarf es der Trägervielfalt. Nicht ein landeseigenes Unternehmen soll alle Wohnungen und Gewerbe bauen, sondern viele unterschiedliche öffentliche und kollektive Akteure. Diese zentrale Forderung wird bisher durch Regelungen im Übertragungsvertrag vom Bund an das Land blockiert, in diesem wurde ohne Notwendigkeit festgelegt, dass 90% der Fläche von städtischen Unternehmen entwickelt werden sollen. Hier sehen wir eine der größten Hürden für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung mit Vielen.

Alles in allem…

… ist mit der Kooperationsvereinbarung ein großer, aber nur ein erster Schritt gemacht. Durch 8-jähriges Nerven(aufreiben), öffentlichen Protest und kleinteilige Arbeit haben wir gemeinsam mit vielen anderen Initiativen, organisiert im Vernetzungstreffen Rathausblock, diesen Schritt und die Übertragung ans Land Berlin erkämpft. Zeit oder einen Grund zum Zurücklehnen gibt es (leider) nicht – wir bleiben mit euch dran für eine Stadt von Unten.

Initiative Stadt von Unten, 17.06.2019

Print Friendly, PDF & Email

Selbstverwaltet und Kommunal

Her mit dem Berliner Modellprojekt in Kreuzberg61 auf dem sogenannten Dragonerareal. Wir wollen dort:

100% Mieten
keine Eigentumswohnungen und Eigentumsprojekte

100% Teilhabe
ohne Eigenkapital, Einlage oder Anteilszeichnung

100% wirklich soziale Mieten
Mieten, die auch für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, tragbar sind

100% dauerhaft abgesichert
Privatisierungen werden ausgeschlossen

mehr Infos...