Selbstverwaltete Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekte mit experimentellen Programmen und langfristiger Sicherheit für die Nutzer*innen werden oft als vorbildhaft für eine soziale und nachhaltige Stadtentwicklung gelobt. So wichtig diese Projekte für die Erprobung neuer Organisationsformen sowie Finanzierungsmodelle sind, sind sie jedoch damit überfordert die vorhandene soziale Ungleichheit und die daraus resultierende Verdrängung aufzufangen. Staatlich organisierte Projekte wiederum sind oft zu unflexibel und hierarchisch organisiert und deren Nutzer*innen den politischen Konjunkturen ausgesetzt.

Eine soziale Stadtentwicklung muss beides zusammen denken: Die Möglichkeiten und das Know-How selbstorganisierter Strukturen und die notwendige Umverteilung von Ressourcen an diejenigen, die an den Rand gedrängt sind.
In welchen Konstruktionen werden öffentliche Ressourcen für einen langfristigen Gebrauch durch die Nutzer*innen gesichert? Wie können innerhalb existierender staatlicher Institutionen (z.B. in Wohnungsbaugesellschaften) Nutzer*innen mehr Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsrecht bekommen? Wie kann man sein Arbeits- und Wohnumfeld gestalten, ohne dass man Kapital mitbringen muss?

Im Projektlabor ‚Selbstverwaltet Kommunal‘ wurden in enger Kooperation mit dem Bündnis Stadt von Unten bestehende selbstverwaltete und kommunale Modellprojekte – vom besetzten Haus, bis hin zu Projekten großmaßstäblicher kommunaler Daseinsvorsorge, Wohn- und Arbeitsprojekte, sowie Beteiligungsprozesse – auf ihre Finanzierung, ihre Organisations- und Entscheidungsstrukturen, gesellschaftspolitischen und sozialen Hintergründe und ihre Entwicklungsprozesse hin untersucht und für Dritte als Möglichkeitsräume für eine nutzer*innenorientierte und soziale Stadtentwicklung nachvollziehbar gemacht.

Oft finden sich in realen Projekten und ihren Geschichten geradezu utopische Ansätze und Lösungen.

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