WIR SIND KIEZ. UND WIR WOLLEN BLEIBEN.

Jetzt sprechen die MieterInnen des sogenannten „Dragonerareals“ , in einem gemeinsamen Statement wenden Sie sich an die Öffentlichkeit:

„WIR SIND KIEZ. UND WIR WOLLEN BLEIBEN.“

Liebe Freunde und Unterstützer,

der Verkauf des sogenannten Berliner „Dragonerareals“ im Herzen Kreuzbergs ist vielen von Ihnen/Euch bekannt.

Im Namen aller Nutzer des Dragonerareals übersende ich Ihnen/Euch unsere gemeinsame Pressemitteilung sowie einige persönliche Statements.

Wir bauen weiterhin auf Ihre/Eure Unterstützung, in der Hoffnung, dass der endgültige Verkauf an den Höchstbietenden doch noch durch den Bundesrat gestoppt und nach einer sozialverträglichen Lösung gesucht werden kann.

 


 

„WIR SIND KIEZ. UND WIR WOLLEN BLEIBEN.“

Der Bundesrat hat die Entscheidung zum Verkauf des Dragonerareals im Herzen Kreuzbergs an private Investoren geblockt, aber noch nicht verhindert. Ein Etappensieg – mit offenem Endergebnis.

Der potentielle Käufer zahlt für den Erwerb des Grundstücks 36 Millionen Euro und möchte „Rahmenbedingungen schaffen, aus denen sich ein neuer, authentischer Kreuzberger Kiez entwickeln kann“. (Pressemitteilung Dragonerhöfe GmbH, Käufer)

Wir, die derzeitigen Nutzer des Geländes, möchten darauf hinweisen, dass ein solcher Kiez bereits besteht!

Wir sind kleine und große Gewerbetreibende, traditionelle Handwerksbetriebe und Kulturschaffende, KFZ-Meister und Elektriker, Biosupermarkt und Getränkehändler. Wir sind App-Entwickler und Promotion-Agentur. Wir sind Familienbetriebe und Einzelunternehmer. Teilweise sind wir hier bereits seit 40 Jahren.

Das Dragonerareal ist keine Brachfläche wie von den Investoren beschrieben!

Täglich nutzen weit über 1.000 KreuzbergerInnen das Areal – vom Einkauf über Kulturveranstaltungen bis hin zur KFZ-Reparatur. Wir sind ein lebendiger Kiez – der noch Raum bietet für Wohnungen, die zur Kiezkultur passen – für Menschen, die in Kreuzberg arbeiten und in Kreuzberg wohnen wollen.

Wir glauben nicht, dass eine Investorengruppe, die auf ihrer Webseite mit „Maximum Profit“ wirbt, nach einer sozialverträglichen Lösung suchen wird.

Profitorientierte Investoren müssen rekapitalisieren. Das geht nicht mit sozialem Wohnungsbau oder Gewerbe aus dem Kiez. Das geht nur mit hochpreisigen Luxuswohnungen als Kapitalanlagen. Eine Verdrängung der bestehenden Gewerbe wäre damit unvermeidbar.

Wir glauben auch keinem Investor, der von einem „Kiez“ spricht, aber nicht mit ihm.

Eine sozialverträgliche Lösung bietet vielleicht nicht „maximum Profit“. Eine sozialverträgliche Lösung, die den vorhandenen Kiez erhält und ergänzt, bietet aber Zukunft für Berlin und BerlinerInnen.

Eine sozialverträgliche Lösung bedeutet den Erhalt von traditionellem Handwerk, Kultur und Familienbetrieben, schafft zusätzlichen Wohnraum, den auch BerlinerInnen bezahlen können und erhält Freiräume, von denen alle BürgerInnen profitieren.

Wir bitten die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, langfristig zu denken und keinen „Ausverkauf“ zu betreiben, der kurzfristig Geld in die eigenen Kassen spült, langfristig aber Berlin ruiniert.

Wir bangen und hoffen auf unsere Zukunft auf dem Dragonerareal. Und eine Zukunft für Berlin.

Berlin, 07.05.2015

Die Nutzer des Dragonerareals:

Club Gretchen +++ LPG Biosupermarkt +++ Wedig Marmorwerk +++ Surma Polsterwerkstätten +++ Galerie Circus +++ Sanli Autoservice +++ Metropol Taxischule & Service +++ Netzwiese App Entwicklung +++ Türk Car +++ Demircan Cash & Carry +++ Auto Klas +++ Icon On Streets Promotion +++ T.R. KFZ Werkstatt +++ S&K KFZ-Meisterbetrieb +++ Auto-Sun +++ Mega Gas & Gastronomie +++ Tanzbar Miami und viele kleine Einzelunternehmer

 


 

Gleichzeitig machen wir auf die Einladung einer Initiative von Nachbarinnen und Nachbarn des Areals, des Bündnis Stadt von Unten und der Kiez-Initiative „Wem gehört Kreuzberg“ aufmerksam, die gemeinsam mit Mieterinnen und Mietern, Gewerbetreibenden, Initiativen und Vereinen am 14. Mai 2015 von 14 bis 18 Uhr ein Nachbarschaftsfest auf dem ‚Dragonerareal‘ ausrichten.

Viele der Nutzer werden am 14. Mai  ab 13.30 Uhr für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen.

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Stimmen der MieterInnen des Dragonerareals zum Verkauf

WIR SIND KIEZ. UND WIR WOLLEN BLEIBEN.

Die Stadt Berlin wirbt bei fast jeder Gelegenheit mit seiner bunten Kultur- und Kreativ-Szene. Wir sind Teil davon. Seit fast 20 Jahren sind wir Clubbetreiber in Berlin, bieten Berliner Künstlern eine Plattform, bringen internationale Vorreiter in die Stadt. Wir veranstalten Konzerte und Clubabende aus den diversesten musikalischen Bereichen: Von Elektronica, House über Jazz, Soul, Funk, HipHop, Klassik zu Bass, Dubstep und Drum’n’Bass. Kein anderer Club Berlins ist musikalisch so offen und breit aufgestellt wie wir.

Wir haben schon einmal nach 15 Jahren einen Club verloren – Dank der ‚Gentrifizierung‘ im Prenzlauer Berg. Der Prenzlauer Berg war auch einmal bunt. Jetzt ist er es nicht mehr.

Seit fast vier Jahren betreiben wir nun das Gretchen auf dem ‚Dragonerareal‘. Jetzt haben wir Angst, dass wir auch hier vertrieben werden. Dass mit Kreuzberg das Gleiche passiert, wie mit dem Prenzlauer Berg. Dass die Kreativen und ‚kleinen Leute‘ verdrängt werden. Wenn wir nicht aufpassen, wird Berlin bald nicht mehr damit werben können, dass es bunt und interessant ist.

(Pamela Schobeß & Lars Döring, Gretchen)

Der Standort LPG Biomarkt am Mehringdamm ist seit 2003 das Mutterhaus der LPG. Zur Zeit arbeiten hier 80 Menschen, einschließlich unserer Verwaltung. Insgesamt hat die LPG 380 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen. Die LPG ist seit 21 Jahren auch über Kreuzberg hinaus eine Institution im Biohandel geworden. 23.000 Mitglieder bilden den Kern der LPG-Kundschaft.

Bekanntlich haben wir als LPG zwei Mal gemeinsam mit Architekten und Wohnungsbaugenossenschaften am Bieter-Verfahren teil genommen und im Vorfeld bei Behörden, Bürgern in der BVV Sitzung und nicht zuletzt bei der BimA unser errechnetes und finanzierbares Konzept des bezahlbaren Wohnen und Arbeiten vorgestellt. Bei den Fachleuten in den Ämtern wurde dieses bürgernahe Konzept gut geheißen.

(LPG Biomarkt)

Seit 114 Jahren verarbeiten wir Naturstein in Kreuzberg und haben den Bezirk buchstäblich mit aufgebaut. In mehr als 40 Jahren auf dem Gelände ist uns unsere Werkstatt nicht nur Existenz, sondern auch Heimat geworden. Ein Umzug mit unseren riesigen Maschinen ist kaum zu bewältigen.

(Wedig Marmorwerk)

Unsere Polsterwerkstätten sind seit 38 Jahre auf diesem Gelände. Es sind damals 200.000 DM investiert worden, um die Firma gut aufzustellen. Als Person bin ich als einziger Polsterer in Berlin 54 Jahre lang selbständig. Mit 23 Jahren die Meisterprüfung gemacht, heute 77 Jahre alt und noch in Arbeit. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mein Sohn diese Tradition (Familienunternehmen) weiterführt.

(Bodo Surma, Surma Polsterwerkstätten)

Die in Berlin zunehmende Tendenz einer Ent-Lokalisierung durch die Veräußerung zentraler Grundstücke an ausländische Immobilieninvestoren sollte rundum nachdenklich stimmen. Gerade dann, wenn Kiez- und Kreativszenen zu den Leidtragenden dieser Strategie werden, die andererseits so gerne als Attraktivitäts-Merkmal der Stadt hervorgehoben werden.

Es wäre eine Entwicklung wünschenswert, die an das Potenzial einer gewachsenen Infrastruktur anknüpft, sie erhält und nicht zugunsten einer spekulativen, profitorientierten Verdichtung verdrängt. Die Stadt muss verhindern, dass an so zentralen Orten wie dem Areal um den Hauptbahnhof oder wie hier im Herzen Kreuzbergs aufgrund mangelnder stadtplanerischer und sozialkompetenter Konzepte weitere Bebauungs-Brachen entstehen.“

(Silvie Jo Buschmann, Galerie Circus)

Seit 30 Jahren führen wir unseren Autoservice als Familienbetrieb auf dem Gelände. Mein Vater hat damals noch selbst und auf eigene Kosten den Weg zu unserer Werkstatt asphaltiert, weil hier nur Schotter war. Bis Ende März hatten wir noch 30 Mitarbeiter, aber dann wurde uns – mit Hinblick auf den Verkauf des Geländes- eine Halle gekündigt. Über 20 Leute mussten wir entlassen.

(SanliAutoservice GmbH)

Seit 11 Jahren führen wir auf dem Gelände eine Taxischule, unseren Taxibetrieb mit Büros sowie eine Werkstatt. Dafür brauchen wir Platz. Für uns ist es ideal, alles an einem Ort zu haben. Das ist sonst nur in Berlins Randbezirken möglich.  Wir beschäftigen insgesamt mehr als 50 Angestellte und haben gerade alles komplett renoviert.
(Metropol Taxischule & Service)

Als Software-Unternehmen ist für uns der interdisziplinäre Austausch mit diversifizierten Kultur-Veranstaltungsorten – das Gretchen ist dafür einer der wichtigsten Orte Berlins – überlebenswichtig. Hier lernen wir nicht nur, was unsere Kunden wollen, sondern treffen auch auf Entwickler, Blogger und Designer. Kreative, mit denen wir direkt oder indirekt zusammen arbeiten. Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, unser Büro in das Gretchen zu verlegen, da wir hier von der kulturellen Vielfalt profitieren, die wir an anderen Standorten bisher so nicht vorgefunden haben. Es wäre auch für uns als Unternehmen im Aufbau ein herber Rückschlag, wenn wir diesen optimalen Standort wieder verlieren würden.

(Netzwiese, Strategie und App Entwicklung)

Seit über 30 Jahren führen wir hier auf dem Gelände unseren KFZ-Meisterbetrieb, spezialisiert auf Lackierarbeiten. Wir sind ein Familienbetrieb. Unser jüngster Sohn ist bei uns gerade mitten in der Ausbildung, unser ältester geht ab Sommer auf die Meisterschule. Beide sollen gemeinsam die Firma weiterführen.

(Türk Car, KFZ-Meisterbetrieb)

Unser Familienbetrieb ist seit 1998 hier auf dem Gelände. Wir sind vor allem Anlaufstelle für viele Gastronomen hier im Kiez, aber auch aus den angrenzenden Bezirken. Wir haben schon geguckt: Wir würden im Zentrum keine neue Fläche finden, die passt.

(Demircan Cash & Carry Handels GmbH)

Wir sind seit fast 20 Jahren hier. Nach Abschluss der Meisterschule habe ich vor zwei Jahren den Betrieb von meinem Vater übernommen. Zur Zeit haben wir zwei Lehrlinge. Insgesamt leben vier Familien von unserer Werkstatt.
Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus dem Kiez. Andere kommen wegen der guten öffentlichen Verkehrsanbindung. Hier in der Gegend gibt es keine Zukunft für uns, falls wir unsere Werkstatt verlieren. Unsere Kunden würden nicht mitkommen, wenn wir in irgendeinen Außenbezirk müssten.

(Auto Klas, KFZ-Meisterbetrieb)

Als Promotion-Agentur arbeiten wir hauptsächlich mit Kulturschaffenden zusammen. Wir sind angewiesen auf eine zentrale Lage, um schnell von unseren Kunden erreicht werden zu können. Am Stadtrand können wir nicht arbeiten.

(Icon On Streets Promotion)

Ich bin hier seit 10 Jahren mit fünf Mitarbeitern. Anfang 2007 habe ich 180.000€ in Lackanlage, Hebebühnen, Türen, Jalousien investiert. Mein Sohn ist fast mit der Ausbildung fertig und soll im Anschluss den Betrieb übernehmen. Wenn wir unseren Standort hier verlieren, verliert mein Sohn seine Zukunftsperspektive.

(T.R. KFZ-Werkstatt)

Wir betreiben unsere Werkstatt hier seit 1994 und betreuen hauptsächlich Stammkunden aus Kreuzberg. Wir haben uns schonmal umgesehen: Wenn wir hier wegmüssen, werden wir nichts passendes im Kiez finden. Unsere Kunden sind wir dann los.

(KFZ-Meisterbetrieb S&K)

Seit 1999 habe ich meine Werkstatt auf dem Gelände. Vorher war ich am Gleisdreieck. Da wurden dann alle gekündigt, weil abgerissen und neu gebaut werden sollte. Hier habe ich ungefähr 100.000€ investiert. Ich bin 51 jahre alt. Ich kann nicht noch einmal von vorn anfangen.

(Orhan Tosun, Auto-Sun)

Als selbstständiger Elektriker bertreue ich viele Künstler und kleine Galerien im Kiez. Ohne meine Werkstatt vor Ort wird mir das zeitlich und finanziell nicht mehr möglich sein.

(Ralf Schulte, Elektriker)

Wir verkaufen Gasflaschen, reparieren Dönermaschinen und Friteusen. Seit acht Jahren haben wir hier Lagerfläche, die wir täglich nutzen. Wir wohnen alle hier im Kiez. Wäre unser Lager nicht so zentral gelegen, könnten wir nicht mehr alle Kunden bedienen.

(Mega Gas & Gastronomie)

Ich bin in Kreuzberg aufgewachsen und wohne in der Nachbarschaft. Seit ungefähr zehn Jahren züchte ich meine Tauben auf dem Gelände. Ich bin fast jeden Tag hier.

(Asim Cim, Taubenzüchter)

 

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Der 1.Mai und kollektive Perspektiven – das Soziale ins Zentrum.

Die „Revolutionäre 1.Mai Demonstration“ steht ins Haus und wir sind angefragt worden, ob wir den Aufruf für ein soziales Zentrum – und eine entsprechende Besetzung – unterstützen möchten. An dieser Stelle dazu einige Gedanken von uns.

Bündnis Stadt von Unten

Wir sind froh, dass das Eventhafte des 1.Mai einer Überprüfung unterzogen wird und wir sind ebenso froh, dass die Notwendigkeit sich mit den DemonstrationsteilnehmerInnen über dieses Event hinaus zu verbinden und zu organisieren erkannt wurde. Wir sind auch froh, dass über Nischen hinaus gedacht wird und die Verankerung in der Stadt und in den Stadtteilen zu einem wesentlichen Faktor für die gemeinsame Organisierung benannt wird.

Als Bündnis mit einem aktuellem Schwerpunkt in Kreuzberg 61 und in der direkten Konfrontation mit der Privatisierungspolitik der Bundesrepublik Deutschland, wissen wir was es heißt, wenn die „endlose Anhäufung von Kapital“ wichtiger ist als die Bedürfnisse der BewohnerInnen eines Stadtteils und der Stadt Berlin. Im Zuge der Privatisierung von staatlichem Eigentum durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sollen erneut 4,7 ha Land an ein global agierendes Unternehmen veräußert werden. Das „Gelände hinter dem Finanzamt Kreuzberg“ wurde für 36€ Millionen, gegen den Protest der Nachbarschaft und gegen Protest quer durch die lokale Politik, an die European Property Group Holding Aktiengesellschaft (EPG) in der Gestalt der „Dragoner Höfe GmbH“ verkauft, zumindest sind die Verträge schon gemacht. Mitgewirkt haben lokale „Projektentwickler“ wie Arne Piepgras (Stattbad Wedding), die sich als Zwischenhändler anbiederten, um ihren Teil des wertvollen Kuchen abzusichern. Mit der aktuellen Situation, dass der Bundesrat den Verkauf vorerst aufgeschoben hat, sind wir noch lange nicht bei unserer 100 % Forderung angelangt.

Innerhalb des Bündnis und in der Nachbarschaft ist der Unmut und die Wut auf diese Politik und den „freien Markt“ groß, in den letzten Jahren und auch Jahrzehnten konnten wir die Veränderungen im Kiez beobachten – in Kreuzberg 61 gibt es aktuell keine Positivbeispiele. Mietsteigerung und Privatisierung stehen weit oben auf der Agenda und die sozialen Orte verschwinden.

Die Antwort des Bündnis bestand von Anfang nicht nur in Abwehrkämpfen, diese sind wichtig und müssen geführt werden, ihnen gilt unsere Wertschätzung. Dabei darf aber auch nicht untergehen, dass wir auch eine konkrete Utopie, eine Vorstellung wo es hingehen soll, wie wir zusammen leben wollen und wie das organisiert sein soll, entwickeln. Es geht darum wie wir unser Alltagsleben – welches ständig Angriffe erfährt – besser und kollektiv mit und in der Nachbarschaft bestreiten können. Und es geht auch darum welche Forderungen wir auf dem Weg dorthin erheben.

Der Aufruf der Radikalen Linken zitiert David Harvey: „Die Frage, welche Art von Stadt wir wollen, kann nicht getrennt werden von der Frage, welche sozialen Beziehungen, welche Beziehung zur Natur, welche Lebensweisen, Technologien und ästhetischen Werte wir uns wünschen. Der Kampf um das Recht auf Stadt ist weit mehr als das um den individuellen Zugang zu urbanen Ressourcen. Er ist der Kampf um das Recht, uns selbst zu verändern, indem wir die Stadt verändern“. Der Aufruf zum Sozialen Zentrum ergänzt dies mit folgenden Sätzen: „Wir brauchen einen Ort, an dem es möglich ist, sich zu treffen, zu diskutieren, zu arbeiten, zu lachen, zu feiern – und vor allem zu kämpfen. Direkte Solidarität zu üben, sich zusammenzuschließen und sich zu unterstützen; einfach gesagt, einen Ort, um gemeinsam Pläne für eine bessere Zukunft zu schmieden und eine Gegenmacht aufzubauen.“

Die Kraft in David Harveys Zitat liegt darin dem Wunsch wieder einen Platz im Alltag und in der Politik zu geben, wir stehen nicht ohnmächtig vor einem Götzen, sondern sind in der Lage soziale Beziehungen und Stadt zu verändern. Wir finden es richtig die Frage zu stellen, wo wir mit dieser Grundlage in die Produktion gehen, an welchen Orten wir anfangen andere Beziehungen herzustellen und lebendig werden zu lassen.

Aus unserer Alltagspraxis wissen wir, dass diese Produktion in unseren alltäglichen Kämpfen schon Wirklichkeit ist, aber dennoch, es braucht Orte, an denen wir dies sichtbar machen. Orte die zugänglich sind. Orte, in denen diejenigen, die an einer anderen Stadt mitwirken ansprechbar sind. Orte, in denen eine andere Stadt probiert und gelebt wird. Die abstrakte Ebene der vielen kleinen Gruppenprozesse braucht konkrete und erfahrbare Orte. Ein „Soziales Zentrum“ lebt in erster Linie von einer gemeinsam geführten Debatte, weniger von einem einmaligen Event und einem einzelnen Aufruf.

Bündnis Stadt von Unten, April 2015

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PM – Entscheidung vertagt / Bündnis Stadt von Unten fordert den Rückzug des Investors

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Die Entscheidung über den Verkauf des Dragonerareals, die heute im Finanzausschuss des Bundesrats auf der Tagesordnung stand, wurde verschoben. Im Vorfeld hatte das Bündnis Stadt von Unten mit breiter Unterstützung der Nachbarschaft in Kreuzberg 61 zahlreiche Gespräche mit Politikern verschiedener Parteien und Ebenen geführt und durch eine Mailaktion an die Finanzminister, an der sich über 1000 UnterstützerInnen beteiligten, Druck aufgebaut.

Mehrere Bundesländer – neben Berlin auch Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein – hatten sich bereits öffentlich zu einer Ablehnung des Verkaufs bekannt. Weitere Bundesländer konnten sich bis heute zu keiner klaren Position durchringen. 13 von 16 Ländern fordern jedoch eine Änderung der BimA-Politik und folgen damit einem Vorschlag Berlins.

Die Verschiebung der Abstimmung gibt die Chance andere Länder von der Unsinnigkeit des Verkaufs zu überzeugen. Über diesen ersten Erfolg freut sich das Bündnis Stadt von Unten. Unermüdlich hatte man auf die systemische Problematik des Höchstbieterverfahrens verwiesen, durch das automatisch spekulative, vor allem an Profit interessierte Projektentwickler zum Zuge kommen. Im Getriebe der Bundespolitik scheint sich endlich die Erkenntnis breit zu machen, dass eine unnachhaltige Haushaltspolitik nicht über einer wirklich sozialen Wohnungspolitik stehen darf. Die Privatisierungsideologie scheint zu bröckeln.

Das Bündnis Stadt von Unten fordert den Investor „Dragonerhöfe GmbH“ auf, vom Kauf zurück zu treten. Das Land Berlin ist selbst an einer Übertragung des Geländes von der BImA interessiert um hier bezahlbaren Wohnraum zu realisieren. Dem Investor wird das auch öffentlich nicht zugetraut. Nach eigener Aussage wolle man die „Vorstellungen und Forderungen von Politik und Gesellschaft“ beachten. So bleibt als konsequentes Handeln nur der Rückzug vom Kauf.

Sie Stadtgesellschaft fragt sich, mit wem will der Investor hier entwickeln, wenn keiner in Berlin sein Anliegen unterstützen kann?

Erst wenn die Privatisierung des Geländes gestoppt ist, kann das vom Bündnis Stadt von Unten seit über einem Jahr geforderte Modellprojekt Stadt von Unten realisiert werden, dass wirkliche bezahlbare Mieten selbstverwaltet und kommunal umsetzen wird.

VertreterInnen des Bündnis sind ab 15:00 auf dem Gelände zu finden, es wird ein wenig gemeinsam gefeiert.

Bündnis Stadt von Unten

23.04.2015

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GASTBEITRAG: Brief an NOVEM PR / Frau Döcker

Am 21.04.2015 erreichte uns eine Pressemeldung der Dragonerhöfe GmbH, auf diese sind wir gestern mit einer eigenen Pressemitteilung eingegangen. Als Reaktion erreichte uns ein offener, humoristischer Brief an die Pressesprecherin Ulrike Döcker. Diesen Brief findet ihr nun auch auf unserem Blog. Wir wollten euch nicht vorenthalten zu welchen Reaktionen die PR Arbeit der Dragonerhöfe GmbH führt.

Sehr geehrte Frau Döcker,

keine schlechte Nummer für den Einstieg in das Projekt! So kurz vor der Bundesratsentscheidung haben Sie zur Einstimmung schon mal ein veritables Trojanisches Pferd aus dem Hut gezogen. Was uns glücklicherweise den weiteren Programmverlauf der Vorstellung im Dragonerhöfe-Varieté anzeigt: Hypnosedarbietungen, Messerwerfen auf menschliche Drehscheiben und zersägte Jungfrauen.

Bleibt abzuwarten, ob die Bundesländer in der Bundesratssitzung Ihr Manöver durchschauen. Schliesslich lassen Sie auf der Website Ihrer Marketing- und Werbeagentur Novem PR ganz tief in Ihre Trickkiste blicken.
Dort findet sich beispielsweise, „wie Medien funktionieren und wie man erfolgreich mit ihnen kooperiert“. Medien trügen „Produkte in die Herzen der Konsumenten und tadeln Unternehmen für verwerfliches Verhalten.“ Sie selber wüssten natürlich um die „Spielregeln, die eingehalten werden müssten“. Mit der Wahl der richtigen Instrumente, wie “gut dotierte Marketingbudgets, Kampagnen und strategische Kommunikationsplanungen“ gelingt es, jedes Publikum zu fesseln. Und weiter: Novem PR begleitet Kommunikationsinitiativen für global denkende Kunden“. Die Kenntnis von „werblich transportierten Emotionen und Lifestyle-Botschaften“ müssten mit „dem Profil der Zielgruppe“ übereinstimmen.

Aber kommen wir nochmal auf das Trojanische Pferd zurück, aus dem nach Vorstellungsschluss ihre Assistenten klettern – denn diese haben in der Trickkiste ihre Visitenkarten hinterlegt.

Auf der einen steht kurz und bündig „Pimp your Advertising“, was ja immerhin Rückschlüsse auf die Menge der heissen Luft zulässt, die sie ins Zelt blasen, um für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Die andere ist da schon etwas auskunftsfreudiger: Die „langjährige, persönliche Assitentin eines bekannten Industriellen“ sei „mit Ansprüchen einer kosmopolitischen Klientel bestens vertraut“. Sie könne „Zutritt zu geschlossenen Zirkeln rund um den Globus“ verschaffen.

Chapeau!

Das Publikum ist begeistert – die Illusion perfekt.

Wie gut, dass Sie den arbeitsreichen Alltag vieler engagierter Politiker_innen und Bürger_innen etwas aufgeheitert haben.

Und nun gehen wir zur Tagesordnung über…

Norbert von Schmidt zu Schmitt

 

Update 27.04.2015: Die Firma E.Kaup & Cie ist als Reaktion auf diesen Brief aus der Firmenbeschreibung verschwunden, zur Sicherung hier nochmal entsprechendes original: Zum Bildschirmfoto.

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PM Panik in letzter Minute

Pressemitteilung

Panik in letzter Minute

Der Investor des Dragonerareals versucht kurz vor der Entscheidung im Bundesrat Stimmung für sich zu machen. Welche Geschichte kommt als nächstes?

Am Donnerstag, den 23. 4. 15, wird im Finanzausschuss des Bundesrats darüber abgestimmt, ob das ehemalige „Dragonergelände“ hinter dem Finanzamt Kreuzberg an die Dragonerhöfe GmbH, ein global agierender spekulativer Immobilieninvestor, verkauft wird. Nach starkem Gegenwind aus Kreuzberg, Berliner Politik und Presse versucht der Möchtegern-Eigentümer in letzter Minute gute Stimmung zu erzeugen.

Wir hinterfragen hier die Argumente aus der heutigen Presseerklärung der Dragonerhöfe GmbH, formuliert von der eigens angeheuerten PR-Agentur Novem PR:

Die Dragoner Höfe GmbH ist auf der Suche nach dem „typisch(en) Kreuzberger Leben der Vielfalt“ und wollen einen „neuen, authentischen Kreuzberger Kiez entwickeln“. Die Authentizität Kreuzbergs ergibt sich daraus, dass sich die Menschen selbstverwalteten politischen und kulturellen Freiraum schaffen und daraus, dass Kleingewerbe existiert. Das muss nicht neu entwickelt werden, das gibt es schon. Damit lässt sich aber wenig bis kein Profit machen und dürfte dementsprechend unattraktiv für eine Aktiengesellschaft, wie die EPG Global Property Invest, die hinter der Dragonerhöfe GmbH steht und die per se auf Profitmaximierung ausgelegt ist, sein.

Alle Meldungen in der breit versendeten Pressemitteilung der Dragonerhöfe GmbH sind blumige Absichtserklärungen, weil, wie die Pressesprecherin schreibt, erstmal wirtschaftlich geplant werden muss. Es gibt keinerlei vertragliche Vereinbarung oder dauerhafte Selbstverpflichtung für das Gesagte. Heute versuchen sie noch schnell, eine bessere Presse zu bekommen, am Donnerstag nach der Bundesratsentscheidung sieht alles gleich anders aus. Das kennen wir schon aus der Verkaufsgeschichte dieses Geländes, und das kennen wir schon von EPG. So wurde Piepgras nur als Strohmann eingesetzt, der jetzt ausgedient hat, um ein spektakuläres Grozs-Museum anzukündigen. Kurz darauf war davon keine Rede mehr.

Einen typischen Kreuzberger Kiez für das typische Kreuzberger Leben der Vielfalt – will das Investorenkonsortium das?

Typisch Kreuzberg ist: ein Kiez mit einer bunten Mischung an Leuten und verschiedenen, vor allem sehr niedrigen Einkommen. Alleinerziehende auf Mindestlohn, ein Drittel Migrant_innen, illegalisierte Flüchtlinge, dazwischen Lehrer_innen oder zu Geld gekommene Kreativwirtschaftler_innen, junge Leute in Clubs und zugedröhnt, Altersarmut, prekär lebende Akademiker_innen aller Altersstufen, Dealer_innen. Vollgesprühte Wände, Kinderläden, besetzte Häuser, Sozialeinrichtungen, Fixerstuben, Lautstärke tags und nachts und gegenseitige Toleranz, Drogen, Kinderlärm und Wagenburgen….

Um ihre investierten 36€ Millionen wieder an die Aktionäre auszahlen zu können, kann die Dragonerhöfe GmbH aber nur für Hochverdienende planen. Alles andere ist Augenwischerei.

Kreuzberg braucht die günstigen Wohnungen zu 3,50 Euro/qm nettokalt, sozialverträgliche Mieten von 4,50 Euro/qm und gerne auch für die besser Verdienenden Wohnungen für 6,80 Euro/qm. Meint die EPG das mit ihrem Programm? Oder fangen ihre sozialverträglichen Mieten bei 9,50 Euro/qm netttokalt an und gehen bis 16 Euro/qm, wie das zur Zeit alle Bauträger tun, die in Kreuzberg bauen. Es ist für Kreuzberg nicht besser, wenn Miet- statt Eigentumswohnungen gebaut werden, solange diese unbezahlbar sind.

Kreuzberg braucht nicht noch mehr Cafés und Restaurants, sondern Platz für Autoschrauber_innen und kleine Handwerksfirmen. Keine teuren Galerien, sondern billige Ateliers für am Rande des Existenzminimums arbeitende Künstler_innen.

Das einzig (zur Zeit leider) typisch Kreuzbergerische werden die hohen Mieten sein. Kreuzbergs Angebotsmieten liegen aktuell mit an erster Stelle in Berlin.

Die Pressemitteilung verspricht außerdem ein langfristiges Engagement auf dem Gelände, die GmbH wolle Verwaltung und Vermietung selbst übernehme. Bisherige Praxis Beteiligten Gesellschafter ist die Entwicklung und schnelle Verwertung (sprich Weiterverkauf spätestens nach Fertigstellung) von Immobilienprojekten. Wie schon ihre Webseite sagte: minimize risks, maximize profits.

Auch die Wahl des Namens Dragonerhöfe GmbH, zeigt dass man sich offensichtlich nicht und entgegen der Verlautbarung in der PM mit lokalen Akteuren auseinander gesetzt hat. Der Bezirk kämpft seit vielen Jahren und Jahrzehnten darum, dass das Gelände nicht diesen militärischen Namen trägt. Die Geschichte des militärischen Standorts und z. B. der außergerichtlichen Hinrichtungen dort in den Revolutionsjahren 1918/19 ist hinlänglich bekannt. Und jetzt kommt der nächste Projektentwickler und findet diesen Namen auch noch typisch Kreuzbergerisch.

Bündnis Stadt von Unten

stadtvonunten.de info@stadtvonunten.de

Unsere Pressemitteilung als *.pdf: PM-Panik-in-letzer-Minute.pdf


 

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Mailaktion zur Abstimmung über Privatisierung im Bundesrat

Am 23.04.2015 entscheidet der Finanzauschuss des Bundesrats über den Verkauf von zwei Grundstücken der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Berlin. Wieder einmal soll zum Höchstpreis privatisiert werden. Darunter auch das Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg, welches an ein international agierende Aktiengesellschaft verkauft werden soll. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften hatten keine Chance, sie konnten beim Höchstpreis nicht mithalten.

Wir Sagen: Schluss mit der Privatisierung! Wie fordern die Verantwortlichen auf den Verkauf der Liegenschaften zu stoppen und den Ankündigungen einer anderen Liegenschaftspolitik endlich Taten folgen zu lassen. Der Verkauf wird maßgeblich vom Finanzminister Schäuble und der ihm untergeordenten Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vorangetrieben, im Finanzauschuss des Bundesrats jedoch hat die SPD eine mehr als komfortable Mehrheit, aber auch Grüne und Linke können und müßen ihren Beitrag zur Verhinderung der Privatisierung beitragen.

Unterstützt unsere E-Mail-Aktion!

Unter diesem Link (Aktion ist beendet!) haben wir ein Mailformular vorbereitet, mit dem ihr ganz unkompliziert an die MinisterInnen schreiben könnt. Passt unseren Mustertext nach Euren Vorstellungen an oder formuliert einen eigenständigen Text. Eine Verlinkung zu deren Mailadressen (Aktion beendet!) findet ihr auch auf der Seite.

Wir bitten Euch, schickt eine Mail an die Mitglieder des Ausschusses. Nehmt Euch die Zeit. Und leitet diesen Link und Informationen  weiter.

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PM // Platzt der Dragoner-Deal?

2015-04-20-Pressemitteilung_SvU

Platzt der Dragoner-Deal?

Ausverkauf der Stadt kann noch gestoppt werden

Abstimmung über den Verkauf des Dragonerareals im Bundesrat

Am 23.04.2015 entscheidet nun der Finanzausschuss des Bundesrats über die Veräußerung zweier Liegenschaften der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Berlin-Kreuzberg. Der Ausschuss entscheidet über eine Immobilie am „Lützowufer“ und über das sogenannte „Dragonerareal“. Hier bietet sich den Parteien erneut die Gelegenheit ihren Versprechungen zu einer Neuausrichtung der Liegenschaftspolitik des Bundes Taten folgen zu lassen.

Anders als im Haushaltsausschuss des Bundestags, der dem Verkauf zustimmte, liegt die Entscheidung im Finanzauschuss des Bundesrat stark in der Hand von SPD, Grünen und Linken, die neun von 16 FinanzministerInnen stellen. Von Seiten des Berliner Finanzsenators Kollatz-Ahnen, SPD, gab es bereits Signale, dass Berlin gegen den Verkauf stimmen wird, die Entscheidung hierzu trifft der morgen tagende Senat (21.04.2015) . Es bleibt zu hoffen, dass die anderen Länder dem Signal folgen und endlich ein deutliches Zeichen gegen den Ausverkauf der Städte und für eine nachhaltige Haushaltspolitik setzen. Der kurzfristige Gewinn für den Bundeshaushalt wird kaum die langfristigen Folgekosten für eine verfehlte Wohnungspolitik und die dadurch entstehenden Kosten für Transferleistungen aufwiegen können.

Mit der Entwicklung günstigen Wohnraums ist durch den Käufer des Dragonerareals nicht zu rechnen. Hinter der „Dragonerhöfe GmbH“ steht ein international agierender Immobilienfonds, der in der Vergangenheit durch seine spekulativen und für seine Anleger hoch profitablen Projekte aufgefallen ist.

Das Höchstbieterverfahren durch die BImA führt dazu, dass solche Investoren auf ehemals öffentlichem Land freies Spiel haben. Wie passt das mit Versprechungen zu mietendämpfenden Maßnahmen durch alle Parteien zusammen?

Um auf dieses Missverhältnis hinzuweisen, startet das Bündnis Stadt von Unten eine Mailing-Kampagne an Vertreter der SPD und in den entsprechenden Gremien, in der sie an die Politiker appelliert ihrer Verantwortung gerecht zu werden und gegen den Verkauf zu stimmen. Die Aktion wird im laufe des nachmittags unter veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Abstimmungsverfahren im Bundesrat:

In der Sitzung des Finanzausschusses des Bundesrats am 23.4.2015 wird sowohl über den Verkauf des Dragoner-Areals als auch des Lützow-Ufers abgestimmt, da beide Verkäufe über 15 Mio. Euro liegen. Die Abstimmung findet nur im Finanzausschuss statt. Dabei gilt das Prinzip „Ein Land, eine Stimme“. Das heißt, alle Länder haben das gleiche Stimmrecht, im Gegensatz zum Bundesratsplenum.

Der Finanzausschuss müsste mehrheitlich beschließen, in die Veräußerung einzuwilligen. Das heißt, dass Enthaltungen nicht wie in der Abstimmung im Bundestag als Zustimmung zählen, sondern eine Zustimmung unwahrscheinlicher machen. Zur Beschlussfassung reicht die einfache Mehrheit, Stimmenthaltungen werden nicht berücksichtigt.

http://stadtvonunten.de

info@stadtvonunten.de

 

Dokumente:

  • Hintergrund zur Dragonerhöfe GmbH als .pdf
  • Stellungnahme von Baustadtrat Hans Panhoff zum Verkauf als .pdf

Berichterstattung:

 

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Selbstverwaltet und Kommunal

Her mit dem Berliner Modellprojekt in Kreuzberg61 auf dem sogenannten Dragonerareal. Wir wollen dort:

100% Mieten
keine Eigentumswohnungen und Eigentumsprojekte

100% Teilhabe
ohne Eigenkapital, Einlage oder Anteilszeichnung

100% wirklich soziale Mieten
Mieten, die auch für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, tragbar sind

100% dauerhaft abgesichert
Privatisierungen werden ausgeschlossen

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