11.01.2018 Veranstaltung zum „Geschichtsort Dragonerareal“

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„Geschichtsort Dragonerareal“

Die Nachbarschaftsinitiative „Dragopolis“ u. die „Initiative Gedenkort Januaraufstand“ laden herzlich zu einer Veranstaltung zur Erinnerung an den Januaraufstand 1919 und an die Ermordung der sieben Parlamentäre am 11.01.1919 auf dem Gelände der Dragonerkaserne ein.

Lesung mit Musik, Gespräch und Diskussion

mit dem Gast Mark Jones, Autor von „Am Anfang war Gewalt / Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik“

Ort: Club „Gretchen“, Obentrautstr. 19-21, 10963 Berlin

Datum: Donnerstag, 11.01.2018

Einlass/Beginn: 19:00 Uhr

Musikalische Gestaltung: Isabel Neuenfeldt

 

Zum Hintergrund der Veranstaltungen:

Das Dragonerareal ist manchen vielleicht bisher bekannt durch die vielfältigen Medienmeldungen und Aktionen zu einem geplanten Verkauf im Höchstpreisverfahren durch die BImA in den vergangenen Jahren. Am 10.09.2015 wurde der Verkauf des Geländes an eine Investorengruppe vorerst durch den Beschluss des Finanzausschusses des Bundesrats gestoppt. Derzeit läuft im Rahmen des Hauptstadtfinanzierungsvertrages die Übergabe des Geländes vom Bund an das Land Berlin. Initiativen, Anwohner*innen und Nutzer*innen engagieren sich seit langem intensiv mit vielfältigen Aktionen, um eine gemeinwesenorientierte Nutzung des Geländes mitzugestalten und zu erkämpfen.

Dies u. a. derzeit auch durch vielseitiges, kreatives und innovatives Einbringen von Forderungen, Vorschlägen und Konzepten der Zivilgesellschaft in die laufende „Dialogphase“ des partizipativen Entwicklungssprozesses zum Sanierungsgebiet „Rathausblock“, zu dem das Gelände gehört. Zu den Kernforderungen gehören ein Beteiligungs- / Entscheidungsverfahren „auf Augenhöhe“ sowie der Status, dass das Areal dauerhaft und unveräußerbar Eigentum des Landes Berlin bleibt.

Weniger bekannt ist die Geschichte des Dragonerareals, insbesondere was an diesem Ort am 11.01.1919 geschehen ist: im Zuge des Januaraufstandes wurde das nahegelegene Zeitungsviertel besetzt. Nach Artilleriebeschuss schickten die von den Regierungstruppen belagerten Besetzer des Vorwärtsgebäudes unbewaffnete Parlamentäre zu Verhandlungen zu den Regierungssoldaten. Auf dem Kasernenhof wurden die Parlamentäre Wolfgang Fernbach (Redakteur), Karl Grubusch (Mechaniker), Walter Heise (Schmied), Erich Kluge (Kutscher), Werner Möller (Klempner), Arthur Schöttler (Werkzeugmacher) und Paul Wackermann (Schlosser) ermordet. Anschließend wurden dort ca. 300 Vorwärts – Besetzer zusammengetrieben und misshandelt.

Wir möchten die geschichtlichen Ereignisse in unserem Stadtteil deutlich machen und mit unseren Kulturveranstaltungen dazu beitragen, dass auf dem Gelände u. a. auch ein aktiver Gedenk- und Geschichtsort entstehen kann.

Kurzinformationen zum Ablauf der Veranstaltung am 11.01.18:

„Die Systematisierung des politischen Mordes an der Wiege der Weimarer Republik“ Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wird der Historiker Dr. Mark Jones die Ergebnisse seiner Forschung vorstellen und Auszüge aus seinem Buch „Am Anfang war Gewalt“ lesen.

  • Welche Bedeutung hat die Gewaltgeschichte, die an der Wiege der Weimarer Republik Pate stand, für die späteren Entwicklungen hin zur NS-Zeit?
  • Welche Auswirkungen hatte diese Gewalt, zu deren Opfern auch die am 11. Januar 1919 brutal misshandelten und ermordeten sieben Verhandlungsparlamentäre aus dem Vorwärts gehörten? Unter anderem zu diesen Fragen möchten wir mit Ihnen / Euch ins Gespräch kommen und diskutieren.

Neben den Beiträgen von Dr. Mark Jones werden wir Textauszüge zu den Ereignissen am 10./11.1.1919 zum Vortrag bringen (u. a. aus Schriftstücken von Karl Retzlaw, Eugen Fernbach und Richard Müller). Musikalisch begleitet uns Isabel Neuenfeldt mit Gesang und Akkordeon. Am Beginn der Veranstaltung wird es wieder Suppe geben, Spenden sind hierfür – wie auch für die Durchführung der Veranstaltung – willkommen.

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