Kapstadt von unten. Städtische Bewegungen und Hausbesetzungen am Kap – Veranstaltung mit 6 Aktivist*innen aus Kapstadt // 25.07.2019, 19:00 Uhr

Kapstadt hält weltweit den Rekord an sozialer Ungleichheit. Einerseits gibt es hier die gepflegten und malerischen Stadtviertel der Ober- und Mittelschicht, andererseits die Townships und selbstorganisierten Siedlungen in den Cape Flats, wohin das Apartheidregime der weißen Rassisten Hunderttausende Menschen anderer Hautfarbe deportierte, um die besten Lagen der Innenstadt für sich zu haben. Seit dem Ende der Apartheid vor 25 Jahren hat sich an der riesigen Kluft dieser getrennten Welten nichts verändert. Im Gegenteil, die Verdrängungsprozesse in Innerstadtbereichen wie Woodstock, Salt River oder Observatory führten in den letzten Jahrzehnten zur Vertreibung vieler Tausender Menschen, die hier seit Jahrzehnten in bezahlbaren Mietwohnungen gelebt hatten – durch  Umwandlung in Ferienwohnungen, zwangsgeräumt nach horrenden Mietsteigerungen, etc. Teils kamen sie dann in Containerstädte außerhalb Kapstadts.

In den letzten Jahren bildeten sich Initiativen und Bewegungen, um diese menschenfeindliche sozialräumliche Trennung zu bekämpfen und rückgängig zu machen. „Reclaim the City“ hat Grundstücke identifiziert, die mit bezahlbarem Wohnraum bebaut werden müssten, um Leute aus den Cape Flats wieder in die Innenstadt zu bringen und sie führen Besetzungen durch, von Land und von Gebäuden, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Seit etwa zwei Jahren haben sie ein leer stehendes Krankenhaus im Stadtteil Woodstock besetzt. Dort leben jetzt wieder 700 Leute, die in den Jahren davor aus Woodstock verdrängt oder umgesiedelt wurden. Direkt an der noblen Waterfront wurde ein Schwesternwohnheim besetzt, weitere Besetzungen sind geplant.

Vom 23. bis 27. Juli sind sechs Aktivist*innen von diesen Initiativen aus Kapstadt in Berlin, um sich mit Mieterorganisationen, Stadtteilorganisationen und Mieterprotesten aus Berlin auszutauschen und voneinander zu lernen.

Es sind:

  • Jared Rossouw und Nozuko Bhalindlela von der Bewegung „Reclaim the City“, die beide im besetzten ehemaligen Krankenhaus im Stadtteil Woodstock leben,
  • Jacqui Poking von einer Stadtteilgruppe, die gegen Luxus-Großprojekte internationaler Investoren in ihrem Stadtteil kämpft,
  • Fawzia Veerasemy von der Neighbourhood Watch Gatesville, einer Organisation von Mieter*innen in Sozialwohnungen, die der Provinz Western Cape gehören und jetzt privatisiert werden sollen sowie
  • Helen Rourke und Akhona Siswana von der „Development Action Group“, die diese Kämpfe organisatorisch und juristisch unterstützen,

 

Ihr seid alle herzlich eingeladen zum informellen Garagengespräch am Donnerstag, 25. Juli, 19 Uhr in der Plangarage auf dem Dragonerareal!

 

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