Die “Siedlungs-, Wohnungs- und Baugilde Österreichs” stellte die österreichische Form des in England entstandenen Gildensozialismus dar – der Versuch eines Mittelwegs zwischen Staatssozialismus und Arbeiter*innenselbstorganisation ( Syndikalismus). Ohne den Einfluss einer großen Anzahl organisatorisch erfahrener Menschen und bereits vorhandener Massenorganisationen der Arbeiter*innenbewegung, wäre die derart rasante Entfaltung der Bautätigkeit unmöglich gewesen. Vielleicht war dieser Organisationsfetischismus verantwortlich für die bereits darin vorweg genommene, spätere Institutionalisierung durch den (sozialdemokratisch regierten) Staat in den 20er-30er Jahren. Selbstorganisierung war darin nicht mehr vorgesehen.